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Ein 48-jähriger Mann aus dem Landkreis Landshut ist am Sonntag in einer Münchner Klinik an einer Vergiftung gestorben. Er hatte letzte Woche statt Bärlauch eine hochgiftige Herbstzeitlose gegessen.

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48-Jähriger tot: Herbstzeitlose mit Bärlauch verwechselt

Ein 48-jähriger Mann aus dem Landkreis Landshut ist am Sonntag in einer Münchner Klinik an einer Vergiftung gestorben. Er hatte letzte Woche statt Bärlauch eine hochgiftige Herbstzeitlose gegessen.

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Von
  • Frank Jordan
  • BR24 Redaktion

Ein Mann aus dem Landkreis Landshut ist am Sonntag im Klinikum Rechts der Isar an einer Vergiftung gestorben. Er hatte letzte Woche eine hochgiftige Herbstzeitlose statt Bärlauch gegessen. Der Mann hatte die Pflanzen selbst gesammelt, in der Überzeugung, es handele sich um essbaren Bärlauch. Die beiden Pflanzen sind leicht zu verwechseln.

Mann isst hochgiftige Soße

Am 26. April bereitete der 48-Jährige zusammen mit seiner Ehefrau aus den Blättern, die er für Bärlauch hielt, eine grüne Soße zu. Beim Essen klagte er darüber, dass sie bitter schmecke. Im Gegensatz zu seiner Frau, die von der Soße nur wenig zu sich nahm, aß der Mann trotzdem ein paar Löffel.

Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich nach der Mahlzeit so sehr, dass der 48-Jährige zunächst in ein Krankenhaus in Niederbayern gebracht wurde. Weil keine Besserung eintrat, wurde er ins Klinikum Rechts der Isar in München verlegt. Doch auch hier kämpften die Ärzte vergeblich um das Leben des Mannes. Der 48-Jährige starb am Sonntag an einer Vergiftung durch die verspeisten hochgiftigen Pflanzen.

Toxikologisches Gutachten bestätigt Todesursache

Ein Gutachten des Giftnotrufs der Technischen Universität München bestätigte nun, dass der Mann eine hochgiftige Herbstzeitlose verspeist hat. "Bärlauch steht oft am gleichen Wuchsort wie die Herbstzeitlose, daher ist eine Verwechslung der Blätter leicht möglich", sagte der Leiter der Klinischen Toxikologie, Florian Eyer. So drastische Fälle, die zum Tod führten, gebe es zwar selten. Jedoch nähmen Vergiftungen zu, weil viele Menschen auch wegen der Pandemie in der Natur unterwegs seien, aber nicht das nötige Wissen über giftige Pflanzen hätten.

Die Polizei warnte davor, selbstgepflückte Pflanzen zu essen, und mahnte, genau zu prüfen, um was es sich handelt. Der Mann habe nur ein paar Löffel von der Soße gegessen, weil sie ihm bitter vorgekommen sei, sagte ein Polizeisprecher. "Das hat schon gereicht."

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