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© Aktionsbündnis "Rettet den Heuberg"
Bildrechte: Aktionsbündnis "Rettet den Heuberg"

Demonstranten gegen die Erweiterung des Steinbruchs am Heuberg

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    450 Teilnehmer bei Demo gegen Steinbruch-Erweiterung am Heuberg

    Der Betreiber des Steinbruchs am Heuberg im Inntal möchte mehr Gestein abbauen und hat einen Antrag auf Erweiterung gestellt. Anwohner und Naturschützer halten das für unzulässig. Sie protestierten gegen die Pläne - mit prominenter Unterstützung.

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    Von
    • Julia Binder

    An der Demonstration gegen die Erweiterung des Steinbruchs am Westhang des Heubergs haben am Samstagabend laut Polizei rund 450 Menschen teilgenommen. Die Veranstaltung sei vorbildlich abgelaufen und war bestens organisiert, bestätigte die Polizei. Mehrere Rednerinnen und Redner schilderten die Situation in und um Nußdorf und was eine Erweiterung des umstrittenen Steinbruchs bedeuten würde.

    Steinbruch liegt in Alpenschutzzone

    Extrembergsteiger Alexander Huber von den Huber-Buam war aus Berchtesgaden angereist. Er machte deutlich, dass die Verteidigung der Alpen beim ersten Meter anfange und es nicht in Ordnung sei, den Steinbruch in der klar definierten Alpenschutzzone zu erweitern, um noch mehr Gestein abbauen zu können. Rund zwei Hektar der beantragten Erweiterung liegen laut Aktionsbündnis "Rettet den Heuberg" in der Zone C des Alpenplans, also der striktesten Schutzkategorie.

    "Shame on you!" in Richtung Landrat Lederer

    In Richtung des Rosenheimer Landrats Otto Lederer, dem Chef der Aufsichts- und Genehmigungsbehörde des Steinbruchs, sagte Alexander Huber: "Shame on you!" Lederer war bei der Veranstaltung nicht anwesend, hatte sich ohne Nennung von Gründen entschuldigen lassen und auch keinen Vertreter geschickt. Das Aktionsbündnis "Rettet den Heuberg" wurde bei der Demonstration unter anderem unterstützt vom Bund Naturschutz, dem Deutschen Alpenverein und Mountain Wilderness.

    Anwohner fürchten Felssturz

    Auch der Nußdorfer Bürgermeister Sepp Oberauer sprach bei der Veranstaltung und machte deutlich, dass der Gemeinderat geschlossen gegen eine Erweiterung des Steinbruchs ist. Anwohner, Gemeinde und Naturschützer befürchten neben der Zerstörung des Heubergs eine massive, schwere Beeinträchtigung des Landschafts- und Ortsbildes sowie Gefahren durch Steinschlag oder Felssturz. Beim Rosenheimer Landratsamt sind 1.241 Einwendungen gegen die geplante Erweiterung eingegangen. Sie werden derzeit geprüft.

    Nußdorfer Bürgermeister will klagen

    Ein Gutachten des TÜV und die Stellungnahme des Betreibers - das in Rohrdorf ansässige Südbayerische Portland Zementwerk Gebrüder Wiesböck – stehen noch aus. Ein Sprecher des Zementwerkes betonte auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks, an der Sachlage und an dem Interesse des Unternehmens habe sich nichts geändert. Die Erweiterung sei immer noch geplant. Es sollen weitere knapp zehn Millionen Tonnen Gestein in Nußdorf-Überfilzen im Westhang des Heubergs abgebaut werden. Die Entscheidung, ob die Erweiterung genehmigt wird oder nicht, wird letztendlich vom Rosenheimer Landratsamt getroffen. Der Nußdorfer Bürgermeister Sepp Oberauer hat aber bereits mehrfach angekündigt, gegen eine mögliche Genehmigung zu klagen.

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