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450 Jahre alt: Traditionsgasthof in der Krise | BR24

© Bayerisches Fernsehen

Wie viele Gastronomiebetriebe bangt auch das Gasthaus "Zum Bären" in Mainbernheim um sein Bestehen. Erst vor wenigen Jahren wurde der 450 Jahre alte Traditionsbetrieb von Liebhabern gerettet. Diese setzen nun auf Crowdfunding.

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450 Jahre alt: Traditionsgasthof in der Krise

Das Gasthaus "Zum Bären" in Mainbernheim bangt um sein Bestehen, wie so viele Gastronomiebetriebe derzeit. Erst vor wenigen Jahren wurde der 450 Jahre alte Traditionsbetrieb von Liebhabern gerettet. Diese setzen nun auf Crowdfunding.

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Es war mutig, als Maria und Jörg Edenharter 2016 beschlossen, einen alten Gasthof im unterfränkischen Mainbernheim zu kaufen. Auch deshalb, weil sie fachfremd waren: er Schreiner, sie Religionspädagogin. Ihren Traum haben sie trotzdem verwirklicht – nun droht er, in der Coronakrise zu platzen. Für Maria und Jörg Edenharter, ausgerechnet jetzt in der Aufbauphase ein echter Tiefschlag. Sie sind mittlerweile wieder in ihre alten Berufe zurückgekehrt. Jörg arbeitet jetzt wieder als Schreiner: "Das hat ein bisschen Hoffnung gegeben, zumindest unseren Unterhalt zu sichern."

Aufgeben gibt's nicht

Doch ans Aufgeben denken die beiden nicht, obwohl ihnen nach acht Wochen Schließung so langsam die Puste ausgeht. Unterstützung bekommen sie von ihren treuen Gästen, die sich ein Leben ohne den Gasthof "Zum Bären" nicht vorstellen wollen. Denn dort geht es normalerweise recht gesellig zu. Die Leute sitzen zusammen, musizieren gemeinsam, spielen, singen. Oft ganz spontan. Der 450 Jahre alte Traditionsbetrieb ist so etwas wie das erweiterte Wohnzimmer der kleinen, malerischen Stadt im Landkreis Kitzingen.

"Die Musik fehlt, die Freunde fehlen, die Unterhaltung fehlt - was jedem fehlt, denke ich." Achim Zepter, Bernemer Singbär

Stammgäste stärken Wirtsleuten den Rücken

Über 140 Unterstützer haben sich deshalb bereits am Crowdfunding beteiligt, um den Bären zu retten. Innerhalb von sechs Tagen sind so schon über 10.000 Euro zusammengekommen. Wirtin Maria Edenharter ist überwältigt vom Engagement ihrer Stammgäste: "Wie viele Leute uns auf einmal das Signal gegeben haben, dass das, was wir jetzt drei Jahre lang aufgebaut haben, einen Sinn hat, einen Wert, eine Berechtigung in Mainbernheim."

Bürgermeister Peter Kraus hofft darauf, dass im "Bären" die Gemeinschaft nach Corona gepflegt werden kann. Bis es so weit ist, spielen die Stammgäste im Hof ein solidarisches Ständchen – "Freiheit" von Marius Müller-Westernhagen. Dabei klingt die Vorfreude darauf mit, dass die Wirtshauskultur zumindest draußen bald wieder gelebt wird.

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