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44-Jähriger als zu alt abgewiesen: Gericht gibt Türsteher recht | BR24

© dpa/Britta Pedersen

Alter kann ein Grund sein, Gäste abzulehnen, sagte nun ein Münchner Gericht.

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    44-Jähriger als zu alt abgewiesen: Gericht gibt Türsteher recht

    "Zu alt": Das kann eine rechtmäßige Begründung sein, wenn Türsteher einen Gast abweisen. Das entschied das Amtsgericht München. Ein Mann Mitte 40 hatte wegen Diskriminierung geklagt, weil er bei einem Münchner Techno-Event nicht eingelassen wurde.

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    Mit Mitte 40 zu alt fürs Feiern: Das Amtsgericht München hat die Klage eines Mannes abgewiesen, der im Sommer 2017 wegen seines Alters - damals 44 Jahre - von einem Türsteher nicht zu einer Party eingelassen wurde. Deswegen hatte er den Veranstalter auf Entschädigung verklagt.

    Das Amtsgericht München hat den Fall am Freitag öffentlich gemacht. Der Mann sah sich aufgrund seines Alters diskriminiert und fordert von der Münchner Eventfirma 1.000 Euro Entschädigung. Nach der Niederlage vor Gericht hat er nun Revision am Bundesgerichtshof eingelegt.

    Kläger fühlte sich gekränkt

    Am 26. August 2017 wollte der damals 44-Jährige mit Freunden das Event "Isar-Rauschen" auf der Praterinsel in München besuchen. Der Türsteher wies den Mann ab, weil er zu alt aussah. Denn: Die Party-Organisatoren mit ihrer Veranstaltung junge Erwachsene im Alter von 20 bis 35 Jahren im Blick. Diese Altersgruppe hatten sie über die Werbung in Social-Media-Kanälen gezielt angesprochen.

    Am Einlass wurden die Besucher zwar nicht nach dem Alter gefragt, aber um eine "homogene Gruppe" zu erhalten, wurde optisch ausgewählt. Wer jung genug wirkte, durfte mitfeiern. Der Kläger führte an, dass diese Zurücksetzung ihn besonders gekränkt habe, und verklagte den Veranstalter nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.

    Außerdem sehe er sich selbst nicht als besonders alt an - vor Gericht belegte er das unter anderem damit, dass er immerhin eine deutlich jüngere Freundin habe, die bestimmt nicht mit ihm zusammen wäre, wenn er wie ihr Vater aussähe.

    Gericht: Auswahl der Gäste vernünftig

    Die zuständige Richterin sah das anders: Die Veranstaltung, die für 1.500 Gäste zugelassen war, sei kein "Massengeschäft" im juristischen Sinne gewesen - habe sich also nicht an jedermann gerichtet, sondern eine junge Zielgruppe angesprochen.

    Das heißt, eine Unterscheidung beim Einlass nach dem optischen Alter sei bei solchen Veranstaltungen nicht nur typisch, sondern "sie hält auch einer vernünftigen Betrachtungsweise stand", so die Urteilsbegründung. Das Gelingen einer solchen Party hänge nämlich "entscheidend von einer gelingenden Interaktion unter den Gästen ab" - daher sei eine "Auswahl der Gäste, um einen gelungenen Abend zu gestalten, vernünftig, um den Interessen" der Teilnehmer und des Veranstalters gerecht zu werden.

    Da es Alternativen zu der Party in München gegeben habe, sei für den damals 44-Jährigen die damalige Benachteiligung auch hinnehmbar gewesen. Deshalb erhält er keine Entschädigung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da der Kläger auf die Revision beim Bundesgerichtshof hofft.

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