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42 Jahre alter Mordfall Monika: Neue Hinweise eingegangen | BR24

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Die Kripo in Weiden rollt einen Mordfall aus dem Jahr 1976 neu auf. Damals war die 12 Jahre alte Monika Frischholz in Flossenbürg verschwunden.

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42 Jahre alter Mordfall Monika: Neue Hinweise eingegangen

Vor 42 Jahren verschwand die zwölf Jahre alte Monika Frischholz spurlos. Die Polizei rollt den Fall jetzt nach Jahrzehnten wieder auf, denn es gibt neue Hinweise. Zeitzeugen und Klassenkameraden haben Monika nie vergessen.

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Die Kripo in Weiden rollt einen Mordfall aus dem Jahr 1976 neu auf. Damals ist die zwölf Jahre alte Monika Frischholz in Flossenbürg (Lkr. Neustadt an der Waldnaab) verschwunden. Nachdem am Freitag die neuen Ermittlungen bekannt wurden, sind über das Wochenende über zehn neue Hinweise eingegangen, bestätigt Polizeisprecher Florian Beck. Sie würden jetzt "nach und nach und in nötiger Detailschärfe" abgearbeitet. Zudem ruft die Polizei auf, weiterhin Hinweise zu melden.

Monika war angeblich mit einem "jungen Burschen" verabredet

Monika Frischholz war damals zwölf Jahre alt, als sie sich nach den Hausaufgaben am Nachmittag mit ihren Freundinnen trifft und spazieren geht. In der Froschau, ganz in der Nähe ihres Elternhauses, verabschiedet sie sich von ihren Freundinnen, geht vom Stieberweg in die Floßer Straße auswärts in Richtung Ortsbereich "Bahnhof", weil sie angeblich mit einem jungen Burschen verabredet war. Dann verliert sich ihre Spur.

Polizei bekommt "relativ frischen" Hinweis

Eine Leiche wurde bis heute nicht gefunden. Die Polizei geht aber von Mord aus. Ein neuer Zeugenhinweis, der laut einem Polizeisprecher "relativ frisch" eingegangen sei, bestärkt offenbar diese These. Die Kripo Weiden hat eine fünfköpfige Ermittlungsgruppe mit dem Namen "Froschau" gegründet, alte Akten gewälzt, Vernehmungen und Ermittlungsergebnisse durchforstet. Schon 1976 und 1986 wurde intensiv ermittelt, der Fall konnte aber nicht geklärt werden.

Details zu dem neuen Hinweis und dem Hinweisgeber nennen die Ermittler nicht. Sie suchen stattdessen weiterhin nach Zeugenhinweisen. Vor allem von Zeitzeugen, die sich möglicherweise bislang noch nicht gemeldet haben. Jeder noch so kleine Hinweis sei hilfreich, so die Polizei.

Profiler in den Mordfall eingebunden

Eine Frau sagte damals aus, sie habe eine Ortschaft weiter, in Floß, das Mädchen in ein Auto steigen sehen. Diese Spur hat die neue "EG Froschau" verworfen. Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass die damals ZwölfJährige an diesem Nachmittag oder Abend in unmittelbarer Nähe zur Froschau oder der Ortschaft Flossenbürg auf ihren mutmaßlichen Mörder getroffen ist. In den Fall sei nun auch die operative Fallanalyse aus München eingebunden, also Profiler, die sich neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und Techniken zu Sexualmorden bedienen. Zusammen mit der Staatsanwaltschaft Weiden prüfen die Ermittler nun nochmals den sogenannten "Cold case". Das LKA in München hat 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt für Hinweise, die den Fall klären könnten.

Monika Frischholz wurde nie vergessen

In Flossenbürg ist man geteilter Meinung zu den neuen Ermittlungen. Bei Zeitzeugen, wie zum Beispiel Klassenkameraden von Monika Frischholz weckt es traurige Erinnerungen. Sie haben aber auch Hoffnung, dass der Fall endlich gelöst wird. "Es war nie gut, weil man nie wusste, wo sie geblieben ist. So könnte man endlich damit abschließen", sagt eine Schulkameradin von Monika Frischholz. Dem schließt sich eine Schulfreundin an.

"Wenn es tatsächlich Mord war und der Täter noch am Leben ist, dann heißt das ja, dass der Täter irgendwo frei herumläuft. Vielleicht auch bei uns im Ort. Ich finde, es darf auch nach über 40 Jahren kein Grund sein zu sagen, es ist schon zu lange her, da lassen wir Gras drüber wachsen." Schulkameradin von Monika Frischholz

Andere Flossenbürger halten den Zeitabstand von 42 Jahren für zu groß, um den Fall noch klären zu können. Besonders jüngere Anwohner hingegen setzen Hoffnungen in die neuesten Techniken und Methoden der Polizei, doch noch Licht ins Dunkel zu bringen.

Die Eltern der damals Zwölfjährigen sind bereits verstorben, ein Bruder lebt noch in Flossenbürg.

Monikas Beschreibung

So hatte sie bei ihrem Verschwinden ausgesehen: 1,60 Meter groß, mittelschlanke Figur, halblanges dunkelbraunes bis schwarzes Haar, dunkelgrüne, lange Hose, gelber, kurzärmeliger Pullover und rot-schwarz gemusterte Strickweste. Dazu trug sie braune Halbschuhe.

© BR/Margit Ringer

Hier verschwand die Zwölfjährige Monika spurlos.