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42.000 Unterschriften gegen Atom-Endlager in Niederaichbach | BR24

© pa/dpa/Armin Weigel

Der Kühlturm auf dem Gelände der Kernkraftwerke Isar 1 und 2 nahe Niederaichbach im Landkreis Landhsut.

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42.000 Unterschriften gegen Atom-Endlager in Niederaichbach

Mit einer Unterschriftenaktion wehrt sich die Gemeinde Niederaichbach (Lkr. Landshut) gegen ein mögliches Atom-Endlager. Heute ist der letzte Tag, um sich einzutragen. Schon jetzt übertreffen die 42.000 Unterschriften die Erwartungen der Gemeinde.

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Rund 42.000 Unterschriften hat die Gemeinde Niederaichbach im Landkreis Landshut gegen ein mögliches Endlager für Atommüll am Standort der Atomkraftwerke Isar 1 und Isar 1 gesammelt. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung übertrifft die Unterschriftenaktion alle Erwartungen, auch Bürger aus Dingolfing und Landshut unterstützen sie.

Aiwanger und Dreier unterstützen Unterschriftenaktion

Die Aktion lief seit Herbst letzten Jahres. Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der in Rottenburg an der Laaber wohnt, und Landrat Peter Dreier (Freie Wähler) unterzeichneten. Heute ist der letzte Tag, an dem die Listen im Rathaus ausliegen, Bürgermeister Josef Klaus (CSU) zieht Bilanz. Derzeit wird das Lager für atomaren Abfall als "Zwischenlager" bezeichnet.

"Wir wollen nichts unversucht lassen, das haben wir versprochen. Wenn man gar nichts macht, hat man im Vorfeld schon verloren. Wenn wir mit der Unterschriftenaktion nur einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass der Atommüll am Ende sicherer gelagert wird, dann ist schon was getan." Sprecher der Gemeinde Niederaichbach

Deutschland muss Atomabfälle aus dem Ausland zurücknehmen

Hintergrund der Unterschriftenaktion ist, dass seit dem 1. Januar 2019 nicht mehr die Atomkonzerne, sondern eine bundeseigene GmbH für den Atommüll in Deutschland verantwortlich ist. Das bedeutet: Der Atommüll, der in den Atomkraftwerken Isar 1 und Isar 2 anfällt oder schon da ist, gehört allein der Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) mit Sitz in Essen. Die BGZ ist ab sofort auch verpflichtet, radioaktive Abfälle aus der Wiederaufbereitung im Ausland zurückzunehmen. Insgesamt muss die Bundesrepublik 26 Castor-Behälter mit Atomabfällen aus den Wiederaufarbeitungsanlagen Sellafield (Großbritannien) und La Hague (Frankreich) zurücknehmen und an vier Standorten in Deutschland lagern.

Wird aus Zwischenlager ein Endlager?

Für das niederbayerische Zwischenlager Bella in Niederaichbach bedeutet das: Sieben Fässer mit abgebrannten Brennelementen aus Sellafield in Großbritannien müssen hier gelagert werden. Das Zwischenlager in Niederaichbach verfüge aber nicht über die sicherheitstechnischen Voraussetzungen, den über Jahrtausende hoch radioaktiven Atommüll dauerhaft sicher zu lagern, fürchten die Anwohner. Die Gefahr, dass aus einem Zwischenlager ein Endlager wird, sei enorm. Dagegen regt sich Widerstand in der Bevölkerung.