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400 tote Schweine - Tierschutzbund fordert Abkehr vom Warmstall | BR24

© dpa Picture-Alliance Iris Kaczmarczyk

Schweinestall

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    400 tote Schweine - Tierschutzbund fordert Abkehr vom Warmstall

    Nach dem tragischen Tod von 400 Schweinen im Landkreis Kitzingen fordert der Tierschutzbund jetzt, dass sogenannte Warmställe nicht mehr gebaut werden dürfen. Bei den Bedingungen im Stall müsse sich einiges ändern.

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    Vergangene Woche waren 400 Schweine in einem Mastbetrieb im Landkreis Kitzingen verendet, weil die Lüftungsanlage ausgefallen war.

    "Wieder einmal zeigt sich, dass der Warmstall nicht für die Schweinehaltung taugt. Tierschutzwidrige Vollspaltenböden, strukturlose Buchten ohne Rückzugs- oder Ausweichmöglichkeiten und eine hohe Schadgasbelastung durch die Gülle, die sich direkt unter den Tieren sammelt, sind schon schlimm genug. Die extreme Technisierung und die Zwangsbelüftung bergen darüber hinaus stets das Risiko, dass bei einem Lüftungsausfall Schweine ersticken oder beim Platzen einer Gasblase verenden können." Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes

    Schröder fordert eine Abkehr vom Warmstall hin zu tiergerechteren Haltungssystemen. Der Stall der Zukunft muss sich an dem natürlichen Verhalten und den arteigenen Bedürfnissen der Tiere orientieren, so der Tierschutzbund. Statt bewegungsarmer Haltungssysteme oder sogar einer Fixierung, etwa von Sauen im Kastenstand, bräuchten Schweine ausreichend Platz und Beschäftigung. Statt Buchten mit Vollspaltenböden müssten die Buchten zumindest zu einem Großteil in verschiedene Funktionsbereiche zum Fressen, Koten und Schlafen unterteilt sein.

    Mehr Platz und Beschäftigung

    Verschiedene Klimazonen und eine freie Luftzufuhr könnten durch Kontakt zum Außenklima oder durch einen Auslauf geschaffen werden. So könne auch verhindert werden, dass bei einem technischen Defekt das komplette Stallsystem kollabiert, heißt es in der Pressemitteilung. Ständig zugängliche Ausläufe kämen den Schweinen auch im Fall eines Brandes zu Gute – die Tiere könnten sich zumindest in den Auslauf retten.

    In einem sogenannten Warmstall wird der Luftaustausch durch eine Lüftungsanlage vollzogen. Passive Belüftungssysteme nutzen dabei das geringere spezifische Gewicht der durch die Tiere erwärmten Luft, die nach oben steigt und durchs Dach entweichen kann. In einem Kaltstall dagegen besteht nur ein geringer Temperaturunterschied zum Außenklima. Der Kaltstall steht quer zur Hauptwindrichtung und hat an den Längsseiten ausreichend offene Flächen, so dass eine Querlüftung vorliegt.

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