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40. Todestag Bischof Josef Stangl | BR24

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Der Würzburger Bischof Josef Stangl machte durch einen von ihm genehmigten Exorzismus in Klingenberg am Main weltweit Schlagzeilen. Am Montag jährt sich sein Todestag zum 40. Mal.

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40. Todestag Bischof Josef Stangl

Der Würzburger Bischof Josef Stangl machte durch einen von ihm genehmigten Exorzismus in Klingenberg am Main weltweit Schlagzeilen. Am Montag jährt sich sein Todestag zum 40. Mal.

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Er war aber auch ein Mann des 2. Vatikanischen Konzils, er setzte sich für die Jugend in der Kirche ein und weihte Joseph Ratzinger, den späteren Papst Benedikt XVI., zum Bischof. Nachdem Josef Stangl am 8. April 1979 im Schweinfurter Krankenhaus im Alter von 71 Jahren gestorben war, säumten Zehntausende die Straßen in den Dörfern, als der 86. Bischof von Würzburg in der Karwoche von Schweinfurt nach Würzburg in den Dom überführt wurde. Er galt als beliebter Volksbischof, der nur wenige Monate vorher im November 1978 bei Papst Johannes Paul II. seinen Rücktritt eingereicht hatte.

Exorzismus in Klingenberg

Die große Empörung nach der von ihm erlaubten sogenannten „Teufelsaustreibung“ an der Klingenberger Studentin Anneliese Michel hatte ihn krank gemacht. Er zerbrach an der Verantwortung, die auf ihn lastete. Das Ermittlungsverfahren gegen Stangl wegen fahrlässiger Tötung wurde von Seiten der Staatsanwaltschaft im Juli 1977 eingestellt.

“Für Bischof Stangl stand fest, dass Anneliese Michel seelsorgerliche Betreuung bedurfte und dass das Beten des Exorzismus ein adäquates Mittel zur Unterstützung des Heilungs- und Gesundheitsprozesses darstellt. Eine ernsthafte Befürchtung hinsichtlich einer massiven Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes der jungen Frau war für den Bischof nicht erkennbar.“ Dissertation Petra Ney-Hellmuth

Die weltweite, verheerende Kritik an seinem Handeln verschlechterte den Gesundheitszustand von Bischof Stangl schnell. Die letzten Monate seines Lebens nach dem angenommenen Rücktritt verbrachte er im Kloster Eichelsdorf im Landkreis Haßberge. Josef Stangl wurde am 12. August 1907 in Kronach geboren. Nach seiner Schulzeit trat er in das Würzburger Priesterseminar ein, am 16. März 1930 weihte ihn Bischof Matthias Ehrenfried zum Bischof. Während der Zeit des Nationalsozialismus war er Diözesanjugendseelsorger und kam 1943 als Stadtpfarrer nach Karlstadt.

Retter von Karlstadt

Im April 1945 ging er als „Retter von Karlstadt“ in die Stadtgeschichte ein, als er beim Einmarsch der Amerikaner an der kampflosen Übergabe beteiligt gewesen war und die Stadt so vor der möglichen Zerstörung bewahrte. Dafür erhielt er 1947 die Ehrenbürgerwürde. Unter Bischof Julius Döpfner war Josef Stangl für den Aufbau des Seelsorgereferats verantwortlich, 1957 wurde er zum 86. Bischof von Würzburg geweiht. Als Teilnehmer des 2. Vatikanischen Konzils sorgte Stangl für die verstärkte Mitarbeit der Laien im Bistum. Pfarrgemeinderäte und der Diözesanrat als höchstes Laiengremium im Bistum wurden gegründet.

Gedenken mit Pontifikalamt

Als Jugendreferent in der Deutschen Bischofskonferenz sorgte er für enge Kontakte mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend. Hier galt er als "Mann des Vertrauens". Bischof Stangl verteidigte die Jugend immer wieder: "Der heutige junge Mensch ist redlich und offen, zum Gespräch bereit. Er möchte verstanden sein." Daran erinnert der BDKJ des Bistums Würzburg bis heute durch die regelmäßige Verleihung des "Josef- Stangl- Preises" für engagierte Jugendarbeit. Das Requiem und die Beisetzung am 11. April 1979 leitete im Würzburger Kiliansdom der damalige Kardinal Joseph Ratzinger. Den späteren Papst Benedikt XVI. hatte Bischof Josef Stangl am 28. Mai 1977 im Münchner Liebfrauendom zum Erzbischof von München und Freising geweiht. Die Diözese Würzburg erinnerte an Bischof Josef Stangl an seinem 40. Todestag mit einem Pontifikalamt im Würzburger Kiliansdom.

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Autor
  • Eberhard Schellenberger
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