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Die Bauchchirurgie und Teile der Unfallchirurgie sollen nächstes Jahr von Dinkelsbühl nach Rothenburg ob der Tauber verlegt werden. Das gefährdet die Grund- und Regelversorgung, befürchten Ärzte. Nun wurden Unterschriften gegen die Pläne gesammelt.

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4.500 Stimmen gegen Umstrukturierung von Klinik Dinkelsbühl

Die Bauchchirurgie und Teile der Unfallchirurgie sollen nächstes Jahr von Dinkelsbühl nach Rothenburg ob der Tauber verlegt werden. Das gefährdet die Grund- und Regelversorgung, befürchten Ärzte. Nun wurden Unterschriften gegen die Pläne gesammelt.

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Von
  • Annika Svitil

Innerhalb von vier Wochen haben Ärztin Petra Ziegler und Notarzt Matthias Lammel mehr als 4.500 Unterschriften gegen die geplante Umstrukturierungen der Anregiomed Klinik Dinkelsbühl gesammelt. Am Mittwochabend haben sie diese an den Landrat des Landkreises Ansbach, Jürgen Ludwig (CSU), und Dinkelsbühls Oberbürgermeister Christoph Hammer (CSU) übergeben.

Schwächung von Klinik in Dinkelsbühl

Die Pläne von Anregiomed-Vorstand Gerhard Sontheimer sehen vor, die Viszeralchirurgie und die akute Unfallchirurgie im kommenden Jahr vom Standort Dinkelsbühl nach Rothenburg ob der Tauber zu verlegen, erklärt Petra Ziegler, Sprecherin der Ärzteschaft. Diese Sparmaßnahme soll mit dem Ruhestand zweier Ärzte im Frühjahr 2022 umgesetzt werden. In der Folge könnte dies zu einer Schwächung des Standortes führen. Vor kurzer Zeit wurde bereits die Gynäkologie geschlossen.

Notfallversorgung in Klinik gefährdet

Mit der Umstrukturierung würde ein wichtiges Standbein der Klinik fehlen und eine durchgehende Notfallversorgung könnte nicht mehr gewährleistet werden. Notarzt Matthias Lammel befürchtet Gefahr für Notfallpatienten, die eine schnelle Behandlung benötigen. Oft zähle jede Minute und die Klinik in Dinkelsbühl versorge den ganzen südlichen Ansbacher Landkreis. Eine Fahrt nach Rothenburg dauere rund 40 Minuten länger – da seien sogar Transporte in Krankenhäuser im nahegelegenen Baden-Württemberg attraktiver.

Landrat und Oberbürgermeister unterstützen Aktion

Auch Landrat Ludwig und Oberbürgermeister Hammer sprachen sich bei der Übergabe klar gegen diese Pläne aus. Die Klinik sei wichtig für die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum, so Ludwig. Auch der Oberbürgermeister erklärt, wie wichtig die 24-Stunden-Notfallversorgung am Standort Dinkelsbühl sei – Bürgerinnen und Bürger schätzten ihr Krankenhaus. Man stehe zur Klinik und sei bereit, Geld für den Erhalt der Grund- und Regelversorgung zu investieren, so die Politiker weiter.

Dinkelsbühl spielte große Rolle bei 1. Corona-Welle

Das Dinkelsbühler Krankenhaus richtete während der ersten Corona-Welle eine eigenen Covid-19-Station ein und konnte damit zahlreiche Patientinnen und Patienten aus dem ganzen Landkreis Ansbach versorgen. Gleichzeigig konnten die anderen Kliniken des Anregiomed-Verbundes in Ansbach, Rothenburg ob der Tauber und Feuchtwangen weitestgehend ihren Regelbetrieb aufrechterhalten. Diese Leistung würde mit den Plänen von Vorstand Sontheimer in den Schatten gestellt werden, so Petra Ziegler.

Nächster Schritt: Brief an Söder

Innerhalb von vier Wochen sammelte der Notarzt gemeinsam mit Ärztin Petra Ziegler 4.522 Unterschriften in der Stadt und dem Landkreis, um sich gegen die Umstrukturierung zu kämpfen. Die Initiatoren wollen im nächsten Schritt ein Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) formulieren.

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