BR24 Logo
BR24 Logo
BR24 - Hier ist Bayern
© BR
Bildrechte: dpa / picture alliance

Seit heute gilt bundesweit im Nah- und Fernverkehr die 3G-Regel. Passagiere am Münchner Stachus zeigen Verständnis für die neuen Maßnahmen.

91
  • Artikel mit Video-Inhalten

3G-Kontrollen im Nahverkehr – Bei Verstößen droht hohes Bußgeld

Seit heute gilt im öffentlichen Nahverkehr die 3G-Regel. Nur geimpft, genesen oder getestet darf man Bus oder Straßenbahn nutzen. In Augsburg ist der Ablauf der Kontrollen noch nicht endgültig geklärt – entdeckte Verstöße aber können teuer werden.

Von
René KirschRené KirschAnna KleinAnna Klein
91

Seit Mitternacht gilt im öffentlichen Personen-Nahverkehr die 3G-Regel. In Augsburg haben sich die Stadtwerke bereits auf die neue Situation eingestellt, erklärt Jürgen Fergg, Pressesprecher der SWA: "Wir informieren seit gestern Nachmittag unsere Fahrgäste mit Durchsagen und an den Haltestellen."

Kontrollen werden auf Fahrpersonal "abgewälzt"

Allerdings ist längst nicht klar, wer die neue Regelung auch kontrollieren und damit im Alltag durchsetzen soll. "Wir sehen es kritisch, dass die letzte und endgültige Entscheidung auf unser Fahrpersonal abgewälzt wird", nimmt Martin Haslacher, Geschäftsführer der Mobilitätsgesellschaft für den Nahverkehr im Allgäu "Mona", seine Busfahrer in Schutz. Auf dem Land, wo die meisten Fahrgäste vorne beim Fahrer einsteigen würden, sei das zwar grundsätzlich möglich, spätestens im Stadtverkehr aber ausgeschlossen.

Sein Augsburger Kollege Jürgen Fergg sieht die praktische Umsetzung der Kontrollen aber auch hinsichtlich des möglichen Aggressionspotenzials ungeimpfter Fahrgäste problematisch: "Wir müssen uns an das Thema jetzt erst ran tasten und einen gemeinsamen Weg finden, müssen dabei aber auch die Sicherheit im Auge haben."

Ordnungsdienst und Polizei sollen kontrollieren

Kontrollen könne es aber ohnehin nur "stichprobenartig" geben, schließlich sei der ÖPNV ein "offenes System" bei dem gerade jetzt in der Pandemie an jeder Haltestelle möglichst alle Türen geöffnet werden sollen.

Daher hoffen die Stadtwerke nun auf die Unterstützung von Polizei und Ordnungsdienst, allerdings sind "Kontrollen durch den Ordnungsdienst in den nächsten Tagen leider nicht möglich, da dieser eine Schulungsmaßnahme durchführt", so der Leiter des Augsburger Ordnungsamtes, Dieter Roßdeutscher, auf BR-Anfrage.

Hundertschaft der Polizei hilft bei Kontrollen

Besser vorbereitet auf die neue Aufgabe ist die Polizei. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Nord erklärt, sei man derzeit zwar noch in Abstimmung. Da die Kollegen aber schon jetzt flächendeckend mit 3G-Kontrollen beschäftigt seien, werde das Portfolio nun entsprechend der rechtlichen Vorgaben auch auf den ÖPNV erweitert.

Für diese zusätzlichen Aufgaben sei genug Personal einsatzbereit. Laut dem Sprecher wird für die Kontrollen auch die Einsatz-Hundertschaft des Polizeipräsidiums Schwaben Nord eingesetzt.

Aussteigen bei 3G-Verstoß?

Mittlerweile ist auch klar, dass Fahrgäste, die ohne gültigen 3G-Nachweis in Bus oder Bahn angetroffen werden, nicht weiterfahren dürfen, so Fergg: "Wenn der Nachweis nicht erbracht werden kann, dann begleiten wir die Person nach draußen und benachrichtigen die Polizei, dass sie die Personalien aufnehmen und möglicherweise das Ordnungsgeld verhängen kann."

Über die Höhe des Bußgelds seien Ordnungsdienst und Stadtwerke noch im Austausch. Nach dem neuen Infektionsschutzgesetz (§73 Abs. 2 IfSG) könne diese dann mit Strafen bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

© BR
Bildrechte: BR

Seit heute gilt im bundesweiten Nah- und Fernverkehr die sogenannte 3G-Regel. Wer nicht geimpft, genesen oder getestet ist, darf keinen Bus, Straßenbahn, U-Bahn oder Zug nutzen.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

Schlagwörter