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380-kV-Leitung: Erdkabel in Rottal-Inn und Altötting? | BR24

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Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat neue Überlegungen zu den Stromtrassen im Dreiländereck Bayern-Hessen-Thüringen bestätigt. Möglicherweise kommt die geplante 380-kV-Leitung im Abschnitt Pirach-Pleinting unter die Erde.

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380-kV-Leitung: Erdkabel in Rottal-Inn und Altötting?

Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat neue Überlegungen zu den Stromtrassen im Dreiländereck Bayern-Hessen-Thüringen bestätigt. Möglicherweise kommt die geplante 380-kV-Leitung im Abschnitt Pirach-Pleinting unter die Erde.

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Die neuesten Entwicklungen bezüglich der geplanten Stromtrassenführung in Bayern könnten nun auch Auswirkungen auf die geplante 380-kV-Leitung im Abschnitt Pirach – Pleinting haben, die derzeit noch oberirdisch von Oberbayern nach Niederbayern gehen soll. Der Abschnitt soll von Pirach, einem Ortsteil von Burgkirchen a. d. Alz im Landkreis Altötting, über den Landkreis Rottal-Inn nach Pleinting im Landkreis Passau gehen. Dieser Trassenabschnitt gehört zum sogenannten "Vorhaben 32", das derzeit noch in der Vorplanung steckt und bisher nicht für eine Erdverkabelung vorgesehen ist.

Bürgerinitiative befürwortet Entwicklungen

Monika Meyer, eine Sprecherin der Bürgerinitiative "Projektgruppe 380 kV", sagte dem BR, sie sehe die Entwicklung positiv:

"Grundsätzlich freuen wir uns über die Entwicklung. Für uns ist das ein Meilenstein und wichtiger Schritt, denn wir kämpfen für die bestmögliche Lösung für Mensch und Umwelt." Monika Meyer, eine Sprecherin der Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative "Projektgruppe 380 kV" besteht seit August 2018. 16 Personen aus den Landkreisen Altötting (Obb.) und Rottal-Inn (Ndb.) sind daran beteiligt. Der Projektgruppe ist klar, dass die Chemie-Dreieck-Region auf die Trassen angewiesen ist. Ihr Hauptanliegen: Die 380-kV-Leitung soll erdverkabelt werden. Deshalb arbeitet die Gruppe aktuell daran, im nächsten Bundesbedarfsplangesetz der Bundesnetzagentur das Kennzeichen "F" zu erhalten. Erst mit diesem Kennzeichen "F" kann eine Erdverkabelung überhaupt geprüft werden.

Drei Verlaufsvarianten im Gespräch

Aktuell sind drei Verlaufsvarianten für den Abschnitt Pirach–Pleinting im Gespräch. Diese sind auf der Website des verantwortlichen Netzanbieters Tennet einzusehen. Die Leitung entlang der Großbaustelle der neuen Autobahn A94 zu bauen, wäre für viele Anwohner und die Bürgerinitiative die beste Variante. Jedoch ist genau diese Variante im Moment keine Option von Seiten Tennets.

Enger Austausch zwischen Bürgerinitiative, Bürgern und Politikern

Insgesamt steht die "Projektgruppe 380 kV" seit ihrer Gründung im engen Austausch mit Politikern und Betroffen. Unterstützt wird sie dabei unter anderem von einigen Kommunalpolitikern, dem Altöttinger Landtagsabgeordneten Martin Huber (CSU) und dem Bundestagsabgeordneten Staatssekretär Stephan Mayer (CSU). Zuletzt gab es ein großes Treffen im Landkreis Altötting, bei dem circa 300 Bürger aus den Landkreisen Rottal-Inn und Altötting anwesend waren, darunter auch viele Bürgermeister und Abgeordnete sowie ein Vertreter des Bayerischen Wirtschaftsministeriums.

Ausbau auf das "erforderliche Maß" beschränken

Hintergrund der neuen Entwicklungen ist, wie die dpa schreibt, dass sich der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier mit den Ländern auf einen Vorschlag zum umstrittenen Ausbau der Stromnetze im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen geeinigt hat. Der Ausbau solle auf das "erforderliche Maß" beschränkt werden, sagte der CDU-Politiker heute in Berlin. Bürgerfreundliche Lösungen sollen verstärkt zum Einsatz kommen, insbesondere durch die Erdverkabelung weiterer Abschnitte.