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"365-Euro-Ticket": Großstädte sind unterschiedlich weit | BR24

© BR/Timo Schmidt

Das "365-Euro-Ticket" für Schüler und Auszubildende soll bald bayernweit verfügbar sein. Das hatten CSU und Freie Wähler beschlossen. Die bayerischen Großstädte sind nicht auf dem gleichen Stand, da die Umsetzung langwierig und kostspielig ist.

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"365-Euro-Ticket": Großstädte sind unterschiedlich weit

Das "365-Euro-Ticket" für Schüler und Auszubildende soll bald bayernweit verfügbar sein. Das hatten CSU und Freie Wähler beschlossen. Doch die bayerischen Großstädte sind nicht auf dem gleichen Stand, da die Umsetzung langwierig und kostspielig ist.

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Kostengünstig zur Schule oder Ausbildungsstelle mit dem öffentlichen Nahverkehr: Das "365-Euro-Ticket" für Schüler und Auszubildende soll bald bayernweit verfügbar sein. Das hatten CSU und Freie Wähler in ihrem Koalitionsvertrag beschlossen. Doch die Umsetzung dieses Plans ist langwierig und kostspielig. Dementsprechend sind in Sachen "365-Euro-Ticket" viele Städte nicht auf dem gleichen Stand.

Würzburg: Verkehrsbetriebe sollen Realisierbarkeit prüfen

In Würzburg brachte der Stadtrat Mitte Oktober die Einführung des Jahrestickets für Schüler und Auszubildende auf den Weg: Die städtische Würzburger Versorgungs- und Verkehrs GmbH (WVV) soll prüfen, wie hoch die Kosten für das Angebot sein werden. Erste, verlässliche Zahlen gibt es allerdings erst Anfang 2020, so Cornelia Wagner, Pressesprecherin der WVV.

Anschließend entscheidet der Stadtrat, ob das "365-Euro-Ticket" eingeführt wird. Zwei Drittel der Kosten will der Freistaat Bayern übernehmen. Vorhandene Wochen- und Monatskarten für Schüler sollen dann auch weiter angeboten werden.

Nürnberg: Einführung ist fix

In Nürnberg steht der Termin für eine Einführung schon fest: Ab August 2020 will der Verkehrsverband Großraum Nürnberg (VGN) das 365-Euro-Ticket anbieten. Der Verbund wäre der erste in Bayern, der dieses Angebot aufnimmt. Damit erwartet den (VGN) allerdings Einbußen in Höhe von etwa 43 Millionen Euro, erklärt Michael Ruf, Leiter des Bereichs "Stadtentwicklung" bei der Stadt Nürnberg.

Der Freistaat Bayern will davon etwa 30 Millionen Euro übernehmen. Für die restlichen Kosten müssen die beteiligten Städte und Landkreise aufkommen. Etwa 360.000 Jugendliche sollen von dem Ticket im Großraum Nürnberg profitieren.

Bereits attraktives Angebot im Ingolstädter Stadtgebiet

In Ingolstadt berät der Zweckverband Verkehrsgemeinschaft Region Ingolstadt (VGI) noch, wie und wann das Modell "365-Euro-Ticket" umsetzbar ist. Man warte auf die konkreten Förderbedingungen des Verkehrsministeriums, erklärte Anfang Oktober der Geschäftsleiter des Ingolstädter Verkehrsbundes, Robert Frank.

Seit 1990 gibt es bereits ein attraktives Angebot für Schüler, Studenten und Azubis, die in Ingolstadt wohnen: Ein Jahresticket für 246 Euro. Allerdings nur im Stadtgebiet. Dabei ist das Schienennetz in der Region Ingolstadt gut ausgebaut. Ein 365-Euro-Ticket für den gesamten Großraum Ingolstadt würde also vor allem Jugendlichen aus den umliegenden Landkreisen zugutekommen, zum Beispiel aus Eichstätt, Neuburg und Pfaffenhofen.

Kritiker sehen keine wirkliche Entlastung

Doch nicht alle sehen die Einführung des 365-Euro-Tickets positiv: Da das Angebot bis jetzt nur für Schüler und Auszubildende gelten soll, ist eine Entlastung vom Autoverkehr in den Innenstädten nicht abzusehen. Würzburgs Linken-Stadtrat Sebastian Roth spricht deswegen von einer "Mogelpackung" der Landesregierung.

Für ein 365-Euro-Ticket für Alle sind massive Fördermittel von Bund und Ländern nötig. Außerdem ist die Anbindung des ÖPNV zwischen den Städten und ihrem Umland oft mangelhaft:

"Wenn ich nur zweimal am Tag einen Schulbus im Ort habe, nützt mir das 365-Euro-Ticket nichts." Michael Ruf vom Bereich "Stadtentwicklung" bei der Stadt Nürnberg

Dementsprechend sollte der öffentliche Nahverkehr in den ländlichen Gebieten ausgebaut oder der Preis für das Schülerticket angepasst werden.