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365-Euro-Ticket für Schüler und Azubis wohl ab Herbst | BR24

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Staatsregierung und Kommunen haben über die Zukunft des Nahverkehrs in Bayern beraten. Schon in einigen Monaten könnte es das angekündigte günstige Jahresticket für Schüler und Auszubildende geben - aber die Details müssen noch geklärt werden.

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365-Euro-Ticket für Schüler und Azubis wohl ab Herbst

Staatsregierung und Kommunen haben über die Zukunft des Nahverkehrs in Bayern beraten. Schon in einigen Monaten könnte es das angekündigte günstige Jahresticket für Schüler und Auszubildende geben - aber die Details müssen noch geklärt werden.

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Für Schüler und Auszubildende soll es in Bayern womöglich schon ab Herbst 2019 ein 365-Euro-Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr geben. Dabei geht es um Verkehrsverbünde, in denen es solche Angebote nicht bereits gibt. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einem Spitzentreffen von Staatsregierung, Kommunen und kommunalen Spitzenverbänden in München an.

Laut Söder wird der Freistaat den Verbünden anbieten, zwei Drittel der anfallenden Kosten zu tragen. Diese bezifferte er am Abend im BR Fernsehen auf 40 bis 50 Millionen Euro.

Spätestens im nächsten Jahr soll es das Angebot für Schüler und Auszubildende definitiv geben. Anders ist das bei den ebenfalls anvisierten 365-Euro-Tickets für Erwachsene. Hier ist der genaue Starttermin offen. Söder zufolge werden auch "vergleichbare Modelle" aktuell noch geprüft. Die Staatsregierung aus CSU und Freien Wählern will 365-Euro-Tickets laut Koalitionsvertrag in den Regionen München, Nürnberg/Fürth/Erlangen, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt durchsetzen. Als Zielmarke für die flächendeckende Einführung nannte Söder das Jahr 2030.

Mehr Linien, bessere Taktung, neue Express-Züge

Staatsregierung, Kommunen und die kommunalen Spitzenverbände kündigten am Montag zudem an, den öffentlichen Nahverkehr durch ein besseres Angebot generell attraktiver machen zu wollen. Mehr Linien und Strecken, eine bessere Taktung, neue Express-Züge zwischen Metropolregionen und ländlichem Raum, eine effizientere Kostenstruktur, zusätzliche Busse und U-Bahnen - die Liste der Ankündigungen ist lang.

Söder zufolge könnte auch der umstrittene Fahrdienstleister Uber in ländlichen Gebieten - anders als in Großstädten - eine Alternative sein. Offenbar sollen die Kommunen selbst künftig jeweils entscheiden, ob sie Uber zulassen oder nicht. Laut Verkehrsminister Reichhart soll es im Freistaat zudem schon bald sogenannte Mobilitäts-Manager geben, die als Ansprechpartner der Bürger Hinweise zum Nahverkehr entgegen nehmen sollen.

In einer gemeinsamen Erklärung bekannten sich die Teilnehmer des Spitzentreffens dazu, den öffentlichen Nahverkehr gemeinsam stärken zu wollen. Die Angebote von Bus und Bahn sollen besser vernetzt werden, es soll vermehrt Anrufsammeltaxis und Bürgerbusse geben. Unter gewissen Umständen soll die Reaktivierung alter Bahnstrecken geprüft werden. Zudem soll ein Netz von "landesbedeutsamen Expressbusverbindungen" aufgebaut werden, das Lücken im Bahnverkehr schließen soll.

SPD: Schwierigkeiten für arme Kommunen

Aus der bayerischen Opposition kam am Montag überwiegend Kritik. Die SPD begrüßte zwar, "dass die CSU das Thema Öffentlicher Nahverkehr endlich erkannt hat". Allerdings sei es schwierig, wenn die Staatsregierung nur zwei Drittel der Kosten für die 365-Euro-Tickets für Schüler und Auszubildende übernehme. "Das wird insbesondere arme Kommunen an ihre Grenzen bringen", sagte die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Inge Aures.

Sebastian Körber, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, erklärte: "Bayerns Staus beginnen bei der Staatsregierung. Die Verkehrsinfrastruktur hinkt seit Jahren dem Bedarf hinterher." Körber ergänzte: "Dass Herr Söder mit seiner heutigen PR-Veranstaltung der eigentlichen Anhörung im Landtag vorgegriffen hat, ist kein guter Politikstil, sondern eine Missachtung des Parlaments." Damit spielte Körber auf eine für Juni im Landtag geplante Experten-Anhörung zum Thema öffentlicher Nahverkehr an.

mit Material von dpa

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Das 365-Euro-Jahresticket für Schüler und Auszubildende soll möglichst schon im Herbst eingeführt werden. Das sagte Ministerpräsident Söder der Rundschau. Er rechne dafür mit Kosten von 40 bis 50 Millionen Euro.