Ein Kuhstall am Waldrand von Weitem aufgenommen, rechts im Vordergrund eine Baumgruppe, davor Wiesen.
Bildrechte: BR/Diethard Kühne

Auf diesem Hof in der Nähe des Chiemsees wurden vergangene Woche 33 tote Rinder gefunden, von Gülle bedeckt und zum Teil schon verwest.

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33 tote Rinder: Veterinäramt Rosenheim hat mehrfach kontrolliert

Vergangene Woche sind in einem Stall im oberbayerischen Rimsting Dutzende verendete Rinder gefunden worden, einige Tiere waren bereits verwest. Jetzt meldet das Veterinäramt Rosenheim: Der Hof wurde in den vergangenen Jahren mehrfach kontrolliert.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Es muss ein Anblick des Schreckens gewesen sein, der sich den Kontrolleuren des Veterinäramts Rosenheim in einem Stall bei Rimsting am Chiemsee vergangene Woche geboten hat: 33 tote Rinder, manche komplett von Gülle verdeckt, von Ratten angefressen und teils schon verwest. So schilderte die Staatsanwaltschaft Traunstein die Zustände – sie ermittelt nun wegen des Verdachts auf Tiertötung und quälerischer Tiermisshandlung durch Unterlassen.

Bald stand unter anderem der Vorwurf im Raum, Höfe werden zu selten kontrolliert. Am Freitag reagierte nun das Veterinäramt Rosenheim auf Anfragen des BR und berichtet, der betroffene Hof sei in den vergangenen Jahren mehrmals kontrolliert worden.

Sieben unangemeldete Kontrollen auf Hof bei Rimsting

Über die Pressestelle des Landratsamtes lassen die Veterinäre schriftlich erklären, dass man Kenntnis von zehn Kontrollen im Zeitraum von Januar 2018 bis Juli 2022 habe. Da das Amt für Landwirtschaft und der Milchprüfring eigene Überprüfungen durchführten, könnten es auch mehr Kontrollen gewesen sein, heißt es in der Mitteilung. Sieben dieser zehn Kontrollen seien nicht angekündigt gewesen.

Keine Beanstandungen seitens des Amtes

Schwerwiegende Mängel haben die Beamten der Erklärung zufolge nicht gefunden. Im April 2021 sei ein Laufgang im Stall verschmutzt gewesen, weil ein Güllekanal verstopft gewesen sei. "Der Mangel wurde behoben und durch eingereichte Fotos nachgewiesen", heißt es in dem Schreiben des Landratsamtes. Bei einer nicht angekündigten Nachkontrolle drei Monate später hätten die Rinder in einem sauberen Laufstall gestanden, die Kälber seien "gut eingestreut" gewesen.

Wegen eines Milchlieferverbots, so das Landratsamt, sei der Hof im Juli 2022 erneut kontrolliert worden. Warum dieses ausgesprochen wurde, teilen die Veterinäre nicht mit. Nur soviel: "Ein Milchlieferverbot wegen erhöhter Zellzahlen kann verschiedene Gründe haben. Möglich wären unter anderem eine falsch eingestellte Melkmaschine oder Entzündungen im Euter." Auch zum Ergebnis dieser letzten Kontrolle macht der Pressesprecher des Landratsamtes keine Aussage.

Überlebende Rinder aus dem Hof bei Rimsting sind wohlauf

Im Stall haben die Kontrolleure vergangene Woche nicht nur die toten Rinder gefunden, sondern auch mehr als 90 lebende Tiere. Sie wurden in einem Notstall im Landkreis Landsberg untergebracht. Es gehe ihnen "überraschend gut", heißt es vom dort zuständigen Veterinär.

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