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30 Jahre Grünes Band Deutschland | BR24

© dpa/pa

Das Schild "Hier waren Deutschland und Europa bis zum 18. November 1989 um 6 Uhr geteilt" steht auf der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

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30 Jahre Grünes Band Deutschland

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres "30 Jahre Öffnung Eiserner Vorhang – 30 Jahre Grünes Band Deutschland" treffen sich heute im Dreiländereck nahe Hof die Umweltminister von Bayern, Sachsen, Thüringen und der Tschechischen Republik.

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Bis 1989 waren Deutschland und Europa durch eine Grenze getrennt. Gleichzeitig war dieses Grenzgebiet aber auch ein einzigartiger Lebensraum, der sich im Schatten des Eisernen Vorhangs durch ganz Europa entwickelte. In Hof wurde wenige Wochen nach dem Mauerfall, am 9. Dezember 1989, die erste gesamtdeutsche Naturschutzinitiative vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Bund, zusammen mit weiteren ost- und westdeutschen Naturschützern, ins Leben gerufen. Seitdem setzen sich der Bund und eine Vielzahl an Akteuren aus Verbänden und Behörden von lokaler bis bundesweiter Ebene für Erhaltung und Entwicklung des Grünen Bandes ein.

Dieses Grüne Band steht heute sinnbildlich für eine länderübergreifende, friedliche Zusammenarbeit. Es ist eine Schatzkammer der Artenvielfalt.

Treffen im Dreiländereck

Der ehemalige Grenzverlauf durch Deutschland ist Teil des einstigen "Eisernen Vorhangs", der Ost- und Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg fünf Jahrzehnte lang trennte. Zum Auftakt des diesjährigen Jubiläumsjahres unter dem Motto "30 Jahre Öffnung Eiserner Vorhang – 30 Jahre Grünes Band Deutschland" treffen sich im Dreiländereck von Vogtland, Bayern und Böhmen der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler), sein sächsischer Kollege Thomas Schmidt (CDU), seine thüringische Kollegin Anja Siegesmund (Die Grünen), der tschechische Vize-Umweltminister Vladimir Dolejský sowie unter anderem der Vorsitzende des Bund Naturschutz, Hubert Weiger.

Das Treffen findet in der Nähe von Hof, in Regnitzlosau, statt. Am Mittag wird auf bayerischer Seite die Flussperlmuschelaufzuchtstation Huschermühle eingeweiht. Danach ist die Enthüllung einer Nachbildung der Grenzsäule Nr. 2735 sowie einer Infotafel am Dreiländereck geplant.

Grünes Band - Idee aus Oberfranken

Insgesamt ist die ehemalige deutsch-deutsche Grenze 1.400 Kilometer lang. Mehr als die Hälfte, nämlich 763 Kilometer, verlaufen in Thüringen. Das abgeschottete Gebiet wurde zum Rückzugsort für gefährdete und seltene Tierarten. Thüringen hat für diese Zone bereits einen Schutzstatus beschlossen. Das oberfränkische Mitwitz im Landkreis Kronach gilt als Geburtsort des Grünen Bandes. Hier wurde nach der Wiedervereinigung die Idee eines Biotopverbundes entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze geboren.

"Todesstreifen" wurde Lebensraum für seltene Arten

Das Gebiet zwischen dem Streckmetallzaun und der eigentlichen Grenzlinie, das sogenannte vorgelagerte Hoheitsgebiet der DDR, durfte in den Jahrzehnten vor dem Fall der Mauer nicht benutzt werden. Nur ab und zu befreiten Arbeiter unter Bewachung von Grenzschützern das Gebiet von Büschen. Der Grenzstreifen entwickelte sich so zu einem verbuschten Lebensraum und wurde dadurch ein wertvolles Rückzugsgebiet für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Bereits in den 1970er-Jahren entdeckten Vogelkundler von der westlichen Seite aus die Artenvielfalt im früheren "Todesstreifen".

© BR

Vier Umweltminister haben sich heute bei Regnitzlosau getroffen, um "30 Jahre Grünes Band" zu feiern. Das Grüne Band gilt größter Biotopverbund Deutschlands. Es entstand nach dem Fall des Eisernen Vorhangs.