Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

3 Jahre und 4 Monate Gefängnis nach Millionen-Diebstahl | BR24

Audio nicht mehr verfügbar

Dieses Audio konnte leider nicht geladen werden, da es nicht mehr verfügbar ist.

Weitere Information zur Verweildauer

© BR

Im Prozess um einen Millionen-Diebstahl hat das Aschaffenburger Landgericht eine 52-Jährige Frankfurterin am Freitag (30.11.18) zu drei Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt.

1
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

3 Jahre und 4 Monate Gefängnis nach Millionen-Diebstahl

Im Prozess um den Diebstahl von knapp drei Millionen Euro hat das Aschaffenburger Landgericht eine 52-Jährige Frankfurterin am Freitag (30.11.18) zu drei Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Die Anklage hatte zuvor fünf Jahre Haft gefordert.

1
Per Mail sharen
Teilen

Die Verteidigung hatte auf eine Bewährungsstrafe plädiert. Angeklagt war eine 54-jährige Frankfurterin. Sie hatte zugegeben, bei ihrem Arbeitgeber, einer Aschaffenburger Sicherheitsfirma, im März dieses Jahres knapp 2,9 Millionen Euro gestohlen haben. Das Geld ist seitdem verschwunden. Die Angeklagte sagt, sie erinnere sich nicht mehr, wohin sie das Geld gebracht habe. Stundenlang sei sie nach der Tat zu Fuß und mit ihrem Auto herumgeirrt, wisse aber nicht mehr wo. Der Richter machte in seinem Urteil deutlich: Ob die Beute verschwunden ist, das hat auf das Strafmaß keinerlei Auswirkung.

Frau hatte sich selbst angezeigt

Kurios: Die Frau hatte sich innerlich aufgewühlt einen Tag nach dem Diebstahl bei einer Polizeidienststelle in Frankfurt selbst anzeigen wollen. Dort hatte man sie wegen ihres verwirrten Zustandes allerdings wieder weggeschickt. Nach dem Motiv gefragt sagte sie, sie sei in ihrer Firma gemobbt worden. In dem Prozess ging es vor allem um die Schuldfähigkeit der Frau, berichtet Prozessbeobachter Farsin Behnam. Ein Gutachter sprach sie der Angeklagten zu. Ihre Hausärztin sagte dagegen aus, sie habe die Angeklagte seit Jahren wegen Depressionen behandelt. Auch eine Pseudo-Demenz wegen zu hoher Belastungen am Arbeitsplatz habe sie dabei festgestellt.

2,89 Millionen Euro in Rucksack gesteckt

Die Frau war in der Aschaffenburger Sicherheitsfirma seit sieben Jahren angestellt. Ihre Aufgabe war es unter anderem, die sogenannten Poolgelder zu zählen; also das Bargeld aus den Kassetten der Geldautomaten verschiedener Banken. Laut Anklage nahm sie aus mehreren Gitterwagen insgesamt 2,89 Millionen Euro und steckte sie in ihren Sport-Rucksack, mit dem sie dann nach Dienstschluss unbehelligt das Firmengelände verließ. Die Verurteilte wurde dabei allerdings von Kameras gefilmt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.