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Symbolbild Kino

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Robert Michael
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2G plus-Regelung: Weiter Unverständnis bei Kinobetreibern

Bei Kulturveranstaltungen in Bayern darf es weiterhin nur 25 Prozent Auslastung geben - anders als von der Staatsregierung zuletzt in Aussicht gestellt. Die Kinobetreiber in Niederbayern und der Oberpfalz zeigen sich wenig überrascht, aber verärgert.

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Meike FöckerspergerMeike FöckerspergerBR24  RedaktionBR24 Redaktion
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Obwohl die Kulturstätten zuletzt Hoffnung hatten, dass die Staatsregierung Lockerungen beschließt, bleibt es dabei, dass Kulturveranstaltungen nur zu 25 Prozent ausgelastet sein dürfen. Außerdem gilt unter anderem in Kinos weiterhin 2G plus. Kinobetreiber in Niederbayern und der Oberpfalz ärgern sich über diese Entscheidung.

In der Gaststätte 2G, im Kinosaal dahinter 2G plus

Das hat eine stichprobenartige BR-Umfrage ergeben. Juli Marie Vesper, Geschäftsführerin mehrerer Kinos in Passau, bezeichnet die Einschränkungen als "nicht erklärbar". In einem ihrer kleineren Kinos, dem "ProLi Kino Passau", führe die Regelung sogar soweit, dass in der Gaststätte 2G gilt und im Kinosaal dahinter 2G plus. Das führe bei den Gästen zu Unverständnis. Ihr würden die Argumente fehlen, so Vesper. In Bayern würden die schärfsten Regelungen für Kinobetreiber gelten. In anderen Bundesländern könnten sie wenigstens zwischen Mindestabstand oder Maskenpflicht wählen - aber hier gelte beides, sagte Vesper verärgert.

Ungleichbehandlung von Gastronomie und Kultur "nicht tragbar"

Auch im Lichtspielhaus Deggendorf ärgert sich Geschäftsführerin Eva Schattenfroh, dass es bei der 2G-plus-Regel in Verbindung mit 25-prozentiger Auslastung bleibt. Sie empfinde die Ungleichbehandlung von Gastronomie und Kultur als "nicht tragbar". Beim Filmangebot merke sie auch, dass wieder weniger Filme in die Kinos kämen und die Verleiher eher wieder vorsichtiger seien angesichts der Regelungen und Corona-Zahlen.

Christine Mauerer vom Kinocenter Nittenau betonte, dass die unterschiedliche Regelung absolut unverständlich sei. Sie sagte dem BR: "Die Gäste im Kinosaal gucken alle nach vorne und unterhalten sich nicht, im Gegensatz zur Gastro, dort ist eine Ansteckung viel wahrscheinlicher." Mauerer fordert nach wie vor eine Abschaffung der Plus-Regel und eine 50-Prozent-Auslastung der Säle. Nur so würden die Betreiber wirtschaftlich arbeiten können.

Im Kino erlaubte 25-prozentige Auslastung voll ausgeschöpft

Im Regina Kino Regensburg ist die Ungleichbehandlung von Kultur und Gaststätten in Bayern ebenfalls Thema. Betreiberin Doris Lerchl-Goldermann wünscht sich auch 2G in ihrem Kinosaal. Zwar stellt sie erfreut fest, dass die 25 Prozent Auslastung bei ihr ausgeschöpft wird und ihr Publikum weiterhin gerne ins Kino geht. Aber auch sie findet das Regelwerk unübersichtlich. Es sei schwer, den Gästen zu erklären, warum 2G plus gelte. Hinsichtlich anlaufender Filme hat sie allerdings weiter die Hoffnung auf "gut besuchte" Säle, wenn auch nur mit 25 Prozent Auslastung.

Regelung für Kinos "erschöpfend"

Thomas Preißner der Betreiber des Starmaxx in Burglengenfeld im Landkreis Schwandorf ist nach eigenen Worten sehr enttäuscht und "geschlaucht". Die 25-Prozent-Regelung, aber vor allem das 2G plus habe einen deutlichen Einbruch bei den Kinobesuchern beschert. Im November vor 2G plus lief es demnach wieder wieder gut, mit einer Auslastung von 75 Prozent.

"Ich mache das schon 30 Jahre und kann mich jetzt nahezu gar nicht mehr aufs Wesentliche, die Filme konzentrieren, da ich nur noch mit Zertifikaten beschäftigt bin." Thomas Preißner, Betreiber Starmaxx Burglengenfeld.

Preißner ist der Ansicht, dass es sein könne - wenn absehbar wäre, dass ab April wieder die Auslastung von November erlaubt ist - dass aufgrund der vielen Filme, die dann in die Kinos kommen, sogar ein Besucher-Rekordjahr folgen könnte.

2022 sollen Filme wie ein neuer "Minion"-Streifen, der nächste Eberhofer-Krimi und "Avatar 2" auf die Leinwand kommen.

💡 Hintergrund:

Für Theater und Kinos gelten in Bayern Maskenpflicht, eine 25-Prozent-Grenze bei der Publikumsauslastung sowie 2G plus, insgesamt also deutlich schärfere Regeln als für die Gastronomie. Nicht nur in der Kulturbranche erzeugte das Unverständnis. Seitens der Politik gibt es bislang nur eine Andeutung: "Wenn es die Lage nächste Woche erlaubt", könnte die Publikums-Obergrenze dann auf 50 Prozent steigen, so Staatskanzleichef Herrmann.

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