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Sportpferd tot: Tierarzt muss 250.000 Euro Schadensersatz zahlen | BR24

© BR/Alex Brutscher

Im Rechtsstreit um den Tod eines Sportpferdes muss ein Tierarzt Schadenersatz in Höhe von 250.000 Euro zahlen. Diese Entscheidung hat das OLG München verkündet. Die Berufung wurde zurückgewiesen. BR-Reporter Alex Brutscher zur Urteilsbegründung.

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Sportpferd tot: Tierarzt muss 250.000 Euro Schadensersatz zahlen

Ein Dressurpferd hat Husten. Der Tierarzt spritzt ein homöopathisches Mittel, kurz darauf ist die Stute tot. Der Mediziner wird verurteilt und geht in Berufung. Jetzt hat das Oberlandesgericht München allerdings das Urteil der Landgerichts bestätigt.

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Donna Asana war ein wertvolles Dänisches Warmblut. Das Dressurpferd hatte schon an vielen Turnieren teilgenommen, sollte eines Tages auch bei den Olympischen Spielen antreten. Dann wurde der Stute wegen eines Hustens ein homöopathisches Mittel gespritzt. Nur wenig später starb das Tier.

Pferdehalterin zieht vor Gericht

Die Halterin von Donna Asana, eine Dressurreiterin, hatte dem Tierarzt aus dem Landkreis Ebersberg Fehler vorgeworfen und ihn auf Schadenersatz verklagt. In der Gerichtsverhandlung erklärte der Veterinär: "Ich habe rein medizinisch nichts falsch gemacht." Er hatte das hustende Pferd auf dem Reiterhof der Besitzerin in Österreich behandelt.

Dazu verabreichte der Arzt der Stute unter anderem homöopathische Mittel über Blut, das er dem Tier zuvor entnommen hatte und mitsamt der Präparate wieder injizierte. Innerhalb weniger Minuten krampfte Donna Asana und brach zusammen. Als Todesursache wurde ein anaphylaktischer Schock festgestellt.

Mediziner wird verurteilt

Da der Tierarzt die Halterin des Sportpferds vor der Behandlung nicht aufgeklärt hatte, verurteilte ihn das Münchner Landgericht zu einer Zahlung von 250.000 Euro. Auch das Oberlandesgericht stellte fest, dass es "unstreitig" keine Aufklärung der Halterin gegeben habe, welche Risiken die homöopathische Behandlung berge. Der Tierarzt erklärte, alleine das Stechen einer Nadel könne bei Pferden zum Tod führen. Eine neuerliche, umfängliche Risiko-Aufklärung vor jeder Spritze koste sehr viel Zeit und sei deswegen kaum möglich.

Tierarzt geht in Berufung - trotz Warnung des OLG

Die Richter am Oberlandesgericht München hatten dem Mediziner schon vor dem heutigen Prozess kaum Hoffnung auf Erfolg seiner Berufung gegen ein Urteil des Landgerichts München II gemacht. Sie rieten ihm deswegen, seine Berufung innerhalb einer Woche zurückzuziehen - sonst müsste er im schlimmsten Fall 1,5 Millionen Euro Schadenersatz an die Pferdehalterin zahlen.

OLG entscheidet wie das Landgericht

Das Oberlandesgericht München hat jetzt das Urteil des Landgerichts München II bestätigt. Die Revision gegen die Entscheidung ließ das Gericht nicht zu. Ursprünglich hatte die Besitzerin des Pferdes im ersten Verfahren 1,75 Millionen Euro gefordert. Das Landgericht war aber schon davon ausgegangen, dass sich der Wert des Tieres deutlich gemindert hatte.

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