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Rund 300 Beschäftigte sind vom Nürnberger Klinikum Nord durch die Innenstadt bis zum Rathaus und weiter bis zum Gesundheitsministerium gezogen

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24-Stunden-Warnstreik am Klinikum Nürnberg

"Applaus zahlt keine Miete" – sagt Verdi und erhöht im Tarifstreit den Druck auf die Arbeitgeber: In Nürnberg wird das Klinikum für 24 Stunden bestreikt. Rund 300 Beschäftigte zogen vor das Rathaus und das Gesundheitsministerium.

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Von
  • Julia Demel

Seit Donnerstagmorgen um sechs Uhr wird das Klinikum Nürnberg bestreikt. Rund 300 Beschäftigte versammelten sich vor dem Haupteingang des Standortes Klinikum Nord und zogen anschließend in einem Demonstrationszug durch die Innenstadt bis zum Rathaus und weiter bis zum Gesundheitsministerium.

Verdi: "Applaus zahlt keine Miete"

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will mit dem Streik den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonals zu verbessern. Während der Corona-Krise hätten die Pflegekräfte viel Anerkennung erhalten. Aber, so Martin Schmalzbauer, Gewerkschaftssekretär von Verdi, "Applaus zahlt keine Miete". Verdi fordert eine Lohnerhöhung um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro.

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Das Klinikum Nürnberg arbeitet wegen eines Warnstreiks nur noch im Notbetrieb. Mehrere Hundert der über 3.000 Pflegekräfte sowie weitere Mitarbeiter sind in einen befristeten Ausstand getreten. Eine Krankenschwester hat uns ihre Probleme geschildert.

Streit um Notversorgung

Der Warnstreik an einem der größten kommunalen Krankenhäuser Europas soll bis Freitagfrüh um 05:59 Uhr dauern. Auf Flugblättern wurden die Patienten des Klinikums um Verständnis gebeten. Deren Versorgung soll per Notbesetzung aufrechterhalten werden. Darum hatte es im Vorfeld Streit gegeben.

Erst wenige Stunden vor Streikbeginn hatten sich die Gewerkschaft und die Klinik auf die Notfallvereinbarung einigen können. Verschiebbare Operationen wurden abgesagt. Die Klinikleitung habe es den Beschäftigten extrem schwer gemacht, ihr Streikrecht wahrzunehmen, sagte Schmalzbauer dem Bayerischen Rundfunk. Diese Haltung würde aber den Unmut unter den Beschäftigten weiter schüren.

48-stündiger Warnstreik angekündigt

Laut Gewerkschaft soll der Streik kommende Woche fortgesetzt werden: Am Dienstag (13.10.20) und Mittwoch (14.10.20) soll das Klinikum dann für 48 Stunden bestreikt werden.

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