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24-Stunden-Schwimmen: Asbach-Bäumenheim kämpft um sein Hallenbad | BR24

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Die Wasserwacht Asbach-Bäumenheim hat im Hallenbad der Gemeinde mit einem 24-Stunden-Schwimmen für den Erhalt der Schwimmbäder in Asbach-Bäumenheim, dem Landkreis Donau-Ries und ganz Bayern demonstriert.

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24-Stunden-Schwimmen: Asbach-Bäumenheim kämpft um sein Hallenbad

Diese Protestaktion sollte nicht nur kreativ sein, sondern auch sportlich: 350 vor allem junge Schwimmer haben im - maroden - Hallenbad von Asbach-Bäumenheim eine Strecke von insgesamt 1.200 Kilometern zurückgelegt, innerhalb von 24 Stunden.

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Bis nach Berlin schwimmen, symbolisch, um die Politik wach zu rütteln für den Erhalt der Schwimmbäder in Bayern: Das war von Samstag 10 Uhr bis Sonntag 10 Uhr das Ziel der Wasserwacht im nordschwäbischen Asbach-Bäumenheim. Es hat geklappt: Am Ende waren es mehr als 1.200 Kilometer, quasi nach Berlin und zurück.

Schwimmer fordern mehr Geld für die Hallenbäder

Beteiligt haben sich rund 350 meist junge Schwimmer. Die Wasserwacht hatte zu dem Protest-Schwimmen aufgerufen, um ihrer Forderung nach Fördergeld für Schwimmbadsanierungen - nicht nur in Asbach-Bäumenheim - Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Kein Hallenbad - mehr Nichtschwimmer

Michael Haller, der Vorsitzende der Wasserwacht in Asbach-Bäumenheim, sagte, er und seine Kollegen beobachteten gerade in Regionen mit geschlossenen Schwimmbädern, dass die Kinder dort schlechter schwimmen können. In Asbach-Bäumenheim würden jedes Jahr 400 Personen - Kinder wie Erwachsene - schwimmen lernen. Das nächste Hallenbad ist zwar nur 10 Kilometer entfernt, es wäre aber schlicht zu klein, um dort noch mehr Schwimmkurse abzuhalten.

Bürgermeister fürchtet rasches Aus für das Hallenbad

Für den Betrieb und die Instandhaltung der Schwimmbäder sind meist die Kommunen zuständig. Sanierungskosten in Millionenhöhe können sie aber oft nicht tragen. "Es besteht dringend Handlungsbedarf", sagt Asbach-Bäumenheims Bürgermeister Martin Paninka (SPD). Das Schwimmbecken sei schon undicht, "es könnte jeden Moment mit dem Bad vorbei sein".

Asbach-Bäumenheim braucht sogar einen Neubau

Der Bürgermeister wünscht sich, dass die Förderprogramme von Bund und Freistaat mit mehr Geld ausgestattet werden. In Asbach-Bäumenheim lohnt sich die Sanierung des Hallenbades aus dem Jahr 1971 schon nicht mehr, ein Neubau würde rund neun Millionen Euro kosten.

Jedes zweite Schwimmbecken in Bayern ist marode

Asbach-Bäumenheim steht damit stellvertretend für viele Gemeinden in Bayern. Im Freistaat sind 446 Schwimmbäder (Freibäder und Hallenbäder) sanierungsbedürftig. Das entspricht etwas mehr als der Hälfte aller Schwimmbäder (863). So steht es in einer Antwort der Staatsregierung auf die Anfrage des SPD-Abgeordneten Markus Rinderspacher aus dem Jahr 2018. Das sind laut dem zuständigen bayerischen Bauministerium die nach wie vor neuesten Zahlen.

Rat von der Politik: Gemeinden müssen sich zusammentun

Auch Wolfgang Fackler (CSU), Landtagsabgeordneter aus dem Landkreis Donau-Ries, war bei der Protestaktion in Asbach-Bäumenheim vor Ort. Er empfiehlt den Kommunen, sich zusammenzuschließen, um die Bäder gemeinsam zu sanieren. Da müssten sich "die Kommunen zusammenreißen und sagen: Was ist es uns wert und da braucht man eine breite Allianz!", so Fackler.