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22-jähriger sprengt Muttergottes-Grotte: "Geiles Gefühl" | BR24

© BR/Zara Kroiß

In der Silvesternacht wurde eine Muttergottesgrotte in Waldmünchen im Landkreis Cham mit illegalem Böller gesprengt. Der 22-jährige Täter konnte am Freitagvormittag vorläufig festgenommen werden.

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22-jähriger sprengt Muttergottes-Grotte: "Geiles Gefühl"

Ein 22-Jähriger soll die Muttergottesstatue in Waldmünchen gesprengt und seine Tat gefilmt haben. Die Böller für die Sprengung habe er sich auf einem Vietnamesenmarkt besorgt.

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Zeugenhinweise und umfangreiche Ermittlungen brachten die Polizei schließlich auf die richtige Spur: Ein 22-Jähriger soll verantwortlich sein für die Sprengung einer Muttergottesstatue in einer Grotte bei Waldmünchen im Landkreis Cham.

Böller auf "Vietnamesenmarkt" gekauft

Der junge Mann gestand, am Silvestermorgen um 5 Uhr zu Fuß nach Tschechien gegangen zu sein, um sich mit illegaler Pyrotechnik für den Abend einzudecken. Er kaufte an den grenznahen Ständen des sogenannten "Vietnamesenmarktes" 84 Böller für 150 Euro. Um den polizeilichen Kontrollen zu entgehen, ging er über die "grüne Grenze" durch den Wald nach Waldmünchen zurück.

Täter filmte Sprengung mit Handy

Im Laufe des Silvesterabends zündete er immer wieder auf den Straßen in der Innenstadt sein hochgefährliches Feuerwerk, so die Polizei. Genau um Mitternacht warf er dann seinen letzten "Cobra 18-Kanonenschlag" in Richtung der massiv gebauten Muttergottesgrotte, welche durch die Explosion komplett zerstört wurde. Der junge Mann filmte die Tat mit seinem Handy. Auf dem Video sieht man, wie Stein- und Betonteile bis zu 20 Meter weit durch die Luft fliegen. Laut Polizei kann man nur von Glück sprechen, dass keine umstehenden Zuschauer verletzt wurden.

Motiv: Druckwelle bei Explosion

Als Motiv gab er an, dass er auf das "geile Gefühl der Druckwelle" bei der Explosion stehe. Der 22-Jährige wurde angezeigt und nach der Entnahme einer DNA-Probe wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet. In die weiteren Ermittlungen ist das Landeskriminalamt in München eingeschaltet. Der Schaden beläuft sich auf ca 1.000 Euro.

Ideeller Schaden wiegt schwer

Entscheidend für viele Menschen in Waldmünchen ist jedoch der ideelle Schaden. Ein Mesner der Pfarrei hatte die Grotte für die Marienstatue vor über 40 Jahren aus Steinen selbst errichtet.

Die Polizei hatte durch die sozialen Medien von der Zerstörung erfahren. Die Eigentümerin hatte einen Eintrag gepostet.

© Polizei Waldmünchen

Mit einem ähnlichen Böller (Cobra 18) wurde die Muttergottesgrotte in die Luft gesprengt

© Polizei Waldmünchen

Der durch die Explosion abgeschlagene Muttergottes-Kopf liegt zwischen Trümmern der Grotte