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2020: Schwarzes Tourismusjahr für Niederbayern und die Oberpfalz | BR24

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Eine geöffnete Tür zu einem Hotelzimmer (Symbolbild)

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2020: Schwarzes Tourismusjahr für Niederbayern und die Oberpfalz

Die Tourismusbranche in Niederbayern und der Oberpfalz hat das Coronajahr 2020 mit einem Übernachtungsminus von rund 37 Prozent abgeschlossen. Schuld seien der Lockdown im Frühjahr sowie zu Weihnachten und Silvester.

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Von
  • Renate Roßberger
  • BR24 Redaktion

Die Corona-Pandemie beschert der Tourismusbranche in Niederbayern und der Oberpfalz empfindliche Einbußen. Die Zahl der Übernachtungen in der Region ist um mehr als ein Drittel zurückgegangen.

Bayerischer und Oberpfälzer Wald kamen besser durch die Krise

Der Tourismus in Ostbayern musste im "Coronajahr" 2020 insgesamt 37,2 Prozent weniger Übernachtungen verkraften. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) hat am Mittwoch in München die Gesamtzahlen für das Jahr veröffentlicht. Zudem hat der Tourismusverband Ostbayern (TVO) eine nach ostbayerischen Regionen aufgeschlüsselte Statistik herausgegeben.

Ostbayern schneidet unterm Strich zumindest besser ab als Gesamt-Bayern, das ein Minus von 40,6 Prozent bei den Übernachtungen verbucht. Innerhalb Ostbayerns sind der Bayerische Wald und der Oberpfälzer Wald mit jeweils 30,7 Prozent weniger Übernachtungen noch am glimpflichsten durch die Corona-Krise mit zwei Lockdowns gekommen.

Größter Rückgang in Regensburg

Den höchsten Rückgang musste die Stadt Regensburg mit minus 47,7 Prozent in Bezug auf Übernachtungen verkraften - also ein Rückgang um fast die Hälfte. Die ostbayerischen Städte verbuchten insgesamt ein Minus von fast 44 Prozent. In den Städten fehlten Event- und Kulturtouristen, Gäste aus dem Ausland und Geschäftsreisende. Gelitten haben auch die ostbayerischen Heilbäder, deren Übernachtungsminus bei fast 43 Prozent lag.

Zögerliche Nachfrage für 2021

Für das Jahr 2021 erhofft sich die ostbayerische Tourismusbranche eine Öffnungsperspektive spätestens zu Ostern. Die Buchungslage für 2021 sei nach Angaben einer Sprecherin des Tourismusverbands momentan noch "abwartend und zögerlich". Das liege auch daran, dass es keinen konkreten Öffnungstermin für Übernachtungsbetriebe, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen gibt.

Wirtschaftsminister Aiwanger setze auch für dieses Jahr auf eine starke Sommersaison, heißt es aus seinem Ministerium: "Mit dem 'Urlaub dahoam' ist es Bayern schon im vergangenen Jahr gelungen, neue Zielgruppen wie junge Menschen und Familien als Gäste zu gewinnen und so den weggefallenen Auslandstourismus durch heimische Nachfrage teilweise zu kompensieren. Es zahlt sich aus, dass wir schon vor Corona mit den Themen Authentizität, Regionalität und Umweltverträglichkeit auf Zukunftstrends im Tourismus gesetzt haben. Urlaub in Bayern ermöglicht Eintauchen in unsere Kultur und Lebensart - in Stadt und Land."

Walhalla nach Schloss Neuschwanstein meistbesucht

Schloss Neuschwanstein bleibt trotz der Corona-Krise das meistbesuchte Objekt der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung. Die Besucherzahl sank mit knapp 300.000 auf ein Fünftel der fast 1,44 Millionen im Jahr 2019, wie die Behörde am Dienstag in München mitteilte.

Auf Platz zwei liegt demnach die Walhalla bei Donaustauf mit fast 107.000 Besuchern. Sie verdrängte dabei die beiden Königsschlösser Herrenchiemsee und Linderhof, die sonst direkt nach Neuschwanstein in der Beliebtheitsliste lagen.

Ein Plus an Besuchern verzeichnete die Schlösser- und Seenverwaltung dagegen bei den Gärten und Parkanlagen. "Noch nie haben so viele Menschen unsere historischen Gärten besucht", sagte deren Präsident Bernd Schreiber. Insgesamt habe die Schlösserverwaltung 2020 über 38 Millionen Euro eingenommen. Im Jahr davor waren es noch knapp 67 Millionen Euro.

Die Ausgaben für das operative Geschäft betrugen laut der Behörde rund 77 Millionen Euro. Das bedeute eine in den Rahmenbedingungen respektable Kostendeckungsquote aus dem operativen Geschäft von rund 50 Prozent. Im Jahr 2019 lag sie noch bei 85 Prozent. In Bauvorhaben investiert worden seien im vergangenen Jahr rund 71 Millionen Euro, neun Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

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Wie hart hat die Corona-Pandemie die bayerische Tourismusbranche 2020 getroffen? Wie sieht die Perspektive fürs aktuelle Jahr aus? Wirtschaftsminister Aiwanger und Bayerns DEHOGA-Chefin Angela Inselkammer haben heute die Zahlen präsentiert.

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