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2019: Zweitwärmster Sommer in Bayern | BR24

© pa/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

2019: Zweitwärmster Sommer in Bayern

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    2019: Zweitwärmster Sommer in Bayern

    Nur der berüchtigte Sommer 2003 war wärmer! Der Sommer 2019 hatte es in sich - mit 26 Tropentagen (mindestens 30 Grad) rund um Regensburg und Würzburg. Es war 3,1 Grad wärmer als in einem normalen Sommer. Am Wochenende wird es nochmal heiß.

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    Vor allem die Niederungen in Franken und der Oberpfalz haben heuer die Hitze zu spüren bekommen. So gab es etwa in Würzburg und auch Regensburg in diesem Sommer insgesamt 26 "Tropentage" mit mindestens 30 Grad gegeben. Auch zahlreiche neue Monatshitzerekorde wurden verzeichnet. Einen neuen Allzeit-Hitzerekord mit 40,4 Grad gab es am 25. Juli in Kahl/Main.

    Juni um 4,7 Grad wärmer als normal

    Aus der Analyse des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ergibt sich, dass der bayerische Juni um 4,7 Grad wärmer war als normal, der Juli und der August immerhin noch 2,3 Grad wärmer als üblich. Der bayerische Sommer insgesamt war 3,1 Grad wärmer als ein normaler Sommer. Seit den Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 ist der Sommer 2019 der zweitheißeste nach dem von 2003.

    Zu sonnig und zu trocken

    Damit sei der Sommer auch erheblich zu sonnig und zu trocken gewesen, sagt BR-Wetterexperte Michael Sachweh:

    "Besonders trocken war es im Norden Frankens und der Oberpfalz, wo örtlich weniger als 50 Prozent der normalen Sommer-Regenmenge registriert wurde, etwa in Kronach mit 47 Prozent. Das aus der Häufung von Trockensommern in den letzten zwei Jahrzehnten resultierende Wasserdefizit im Grundwasserbereich wird uns noch länger beschäftigen." Michael Sachweh, BR-Wetterexperte

    Die Gründe für den heißen Sommer

    Es hat in Bayern heuer ungewöhnlich viele Hitzewellen gegeben. Ein Grund dafür: Das hiesige Wetter war häufig vom atlantischen Wetterregime abgekoppelt. Der Atlantik bringt in normalen Sommern immer wieder verhältnismäßig kühle Meeresluft und Tiefausläufer, sodass hochsommerliche Hochdruckphasen selten länger andauern können.

    In diesem Jahr strömten aber immer wieder Luftmassen aus Frankreich und Spanien nach Bayern - mitunter mit einer Prise Saharaluft. Stabile und lang anhaltende Hochdruckphasen taten ihr Übriges, um die Temperaturen auf hochsommerlich-tropischem Niveau zu halten.

    "Dass es nach einigen Kälterückschlägen im August dann in den letzten zehn Tagen noch einmal untypisch heiß geworden ist, hat diesen Sommer 2019 endgültig in die Annalen der bayerischen Klimageschichte eingehen lassen." Michael Sachweh, BR-Wetterexperte

    Klimawandel in Bayern in vollem Gang

    Der heiße Sommer ist ein Teil des Klimawandels. Das lässt sich deutlich an einem Diagramm (siehe unten) des Deutschen Wetterdienstes ablesen: Zwischen 1881 und 1990 sieht man, dass die Sommer mal wärmer und mal kühler waren als üblich. Ab 1990 gibt es keine Ausschläge mehr nach unten. Zudem werden die Ausschläge nach oben größer und häufiger.

    © BR/DWD

    Temperaturanomalien der bayerischen Sommer

    Nochmal Hochsommer am Wochenende

    An diesem Wochenende dreht der Sommer noch einmal eine Ehrenrunde mit viel Sonne und hochsommerlichen Temperaturen. Erste Gewitter am Sonntagnachmittag und -abend kündigen aber einen Wetterumschwung an: Ab der Nacht zum Montag gibt es teils ergiebige Regenfälle und einen Temperatursturz.

    Am Dienstag kehrt die Sonne nach Bayern zurück, allerdings mit deutlich frischen Temperaturen von höchstens 20 Grad.