BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

2019 in Unterfranken erneut zu trocken | BR24

© BR

In Unterfranken war es in den vergangenen zwölf Monaten zu trocken. Die Trockenheit wirkt sich auf Wälder, Landwirtschaft und Weinbau aus. Die Folgen sind mittlerweile spürbar.

5
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

2019 in Unterfranken erneut zu trocken

In Unterfranken war es in den vergangenen zwölf Monaten zu trocken. Die Trockenheit wirkt sich auf Wälder, Landwirtschaft und Weinbau aus. Die Folgen sind mittlerweile spürbar.

5
Per Mail sharen
Teilen

Das Jahr 2019 ist in Unterfranken erneut sehr trocken gewesen. Laut Heiko Paeth, Klimaforscher an der Universität Würzburg, hätte es im Raum Würzburg fast über das gesamte Jahr hinweg weniger geregnet, als im sonstigen Durchschnitt. Auch im Herbst hätte es weniger Niederschlag gegeben als in vielen Vorjahren. Einzig im Oktober lagen die Niederschlagswerte über dem Durchschnitt. Problematisch ist das für Wälder, Landwirtschaft oder Weinbau vor allem deshalb, da bereits das Jahr 2018 in Unterfranken besonders trocken war.

Landwirte leiden unter Ernteausfällen

Landwirt Matthias Dorsch aus Mainstockheim (Lkr. Kitzingen) rechnet damit, dass die absoluten Niederschlagswerte an seiner Wetterstation etwas über dem Vorjahr liegen werden. Unter 600 Liter Niederschlag pro Quadratmeter seien dennoch zu wenig, damit die Grundwasserstände nennenswert steigen könnten. Insbesondere bei Landwirten, die hauptsächlich vom Ackerbau leben, könnten die erneuten Ernteausfälle existenzbedrohend sein. "Ein Trockenjahr ist nicht schön und kostet Geld, aber das können wir überbrücken. Das zweite Jahr in Folge ist schon schlimmer für manche Betriebe", sagt Dorsch.

Trockenheit schadet jungen Reben

Auch im fränkischen Weinbau ist die Ernte wegen der erneuten Trockenheit in diesem Jahr geringer ausgefallen als 2018. Klaus-Peter Heigel vom Weingut Hans Wirsching in Iphofen (Lkr. Kitzingen) berichtet etwa von einer rund 30 Prozent geringeren Ernte als noch im Vorjahr. "Es hat sich besonders bei jungen Reben ausgewirkt, die noch zu wenig Wurzelmasse haben", sagt Heigel. Viele Winzer hatten insbesondere bei dünnhäutigen Sorten, wie zum Beispiel der Bacchus-Traube, Hitze- und Trockenheitsschäden zu beklagen. Die Qualität des 2019er-Jahrgangs wird allerdings ähnlich gut sein wie die der 2018er-Weine, so Heigel. Diesen haben zahlreiche Winzer und Fachkenner eine hervorragende Qualität bescheinigt.

© BR/Jochen Wobser

Trockenheit in Unterfranken 2019: Hitzeschäden an Reben

Buchen und Schwarzkiefern vertrocknet

Neben Landwirten und Winzern haben auch zahlreiche Förster und Waldbesitzer in diesem Jahr über die Trockenheit geklagt. In Wäldern im Landkreis Würzburg und Landkreis Main-Spessart sind zum Beispiel Buchenbestände vertrocknet. Am Schwanberg im Steigerwald sind Schwarzkiefern kaputtgegangen. Auch deshalb sind zuletzt in den Forstbaumschulen Engpässe bei einigen Bäumen entstanden, die als besonders trockenheitsresistent gelten. Zum Beispiel bei der Elsbeere, der Esskastanie oder der Baumhasel.

Forscher schätzen, dass in ganz Deutschland im Jahr 2019 etwa 1,6 bis 1,7 Prozent der gesamten Waldfläche gestorben sind, sagt Klimaforscher Heiko Paeth. Eine Prognose für das Jahr 2020 will Paeth indes nicht abgeben: "Das wäre Kaffeesatzleserei, weil wir in den mittleren Breiten keine Möglichkeit haben über Monate oder gar Jahre in unsere klimatische Zukunft zu schauen." Was sich aber durchaus sagen lasse: Die Tendenz zu mehr Sommertrockenheit sei ein Phänomen, das in Zukunft häufiger zu erwarten ist. Der klimatische Durchschnitt würde sich zu mehr Trockenheit und Hitzestress verschieben.