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Die Fahrraddemo startete und endete auf dem Nürnberger Volksfestplatz.

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    Fahrraddemo in Nürnberg: Stadt soll Radentscheid umsetzen

    An Christi Himmelfahrt hat die Initiative "Radentscheid Nürnberg" erneut zu einer Fahrraddemo durch die Innenstadt aufgerufen. Die rund 200 Teilnehmer wollten die Stadt so an den vereinbarten Mobilitätspakt mit verbesserten Radwegen erinnern.

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    Von
    • Rika Dechant

    100 Tage nach dem Mobilitätsbeschluss will die Initiative "Radentscheid Nürnberg" den Druck auf die Stadtverwaltung erhöhen, damit dem Mobilitätsbeschluss Taten folgen. Bereits vergangenes Jahr hatte die Initiative 26.000 Unterschriften für bessere Radwege gesammelt, im Januar hat der Stadtrat die Forderungen im Mobilitätsbeschluss übernommen.

    Mobilitätsbeschluss soll in Nürnbergs Stadtplanung

    Der Sprecher der Initiative, Markus Stipp, lobt die ersten Schritte Nürnbergs, wonach bereits neue Stellen in der Stadtverwaltung geschaffen und neue Abstellanlagen gebaut würden. Dennoch wolle man als nächsten Schritt erneut mit der Stadtverwaltung verhandeln, damit der Mobilitätsbeschluss auch wirklich in der Stadtplanung fest verankert werde. Denn bislang sei jede Planung noch ein Kompromiss. Eines der vorrangigen Ziele sei der Lückenschluss der Radwegstrecken bis 2026.

    Mobilitätspakt beinhaltet zentrale Forderungen des Radentscheids

    Im Mobilitätspakt seien die zentralen Forderungen der Initiative Radentscheid eingetragen worden, sagt Sprecher Markus Stipp. Deshalb gebe es keinen Bürgerentscheid. Dieser hätte rund 600.000 Euro gekostet und es wäre aufwändig gewesen, ihn unter Corona-Bedingungen durchzuführen. Ohne die 26.000 Unterschriften wäre der Mobilitätspakt allerdings nicht ins Rollen gekommen.

    Der Pakt sieht ein engmaschiges, lückenloses und sicheres Radwegenetz vor. Die Wege sollen mindesten 2,30 Meter breit sein, auch solle es ein 135 Kilometer langes Netz von sogenannten Radvorrangrouten quer durch die gesamte Stadt geben. Außerdem sieht der Pakt vor, dass in Stadtteilen Fußgängerbereiche eingerichtet und neue Straßenbahnlinien gebaut werden. Trotzdem wird es mit dem Mobilitätspakt keine totale Abkehr vom Autoverkehr geben. Es ist geplant, dass Quartiersparkhäuser für Anwohner entstehen und die Ladeinfrastruktur für Elektroautos verbessert wird. Der Mobilitätspakt soll bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden, die Stadträte haben zugesichert, die entsprechenden Finanzmittel bei den Haushaltsberatungen zur Verfügung zu stellen.

    Ziel des Radentscheids: Priorisierung des Radverkehrs

    Die Initiative fordert jedoch darüber hinaus, den Radverkehr nicht nur in der Stadtplanung besser miteinzubeziehen, sondern ihn vielmehr zu priorisieren. Im Kern gehe es um ein durchgehendes Radwegenetz, damit Radfahrende jeden Alters sicher von A nach B kommen. Es soll einen Standard an breiten und abgetrennten Radwegen an Hauptverkehrsstraßen geben, sichere Nebenstraßen, genügend Abstellanalgen und mehr Personal für die Verkehrsplanung. Daneben sollen Radschnellverbindungen in die Nachbarkommunen dafür sorgen, dass man ohne Hürden aufs Rad umsteigen kann.

    Demo durch ganz Nürnberg

    Die Versammlung hat mit einer Auftaktkundgebung am Volksfestplatz begonnen. Anschließend fuhren rund 200 Teilnehmer auf dem Rad mehr als eine Stunde durch das Nürnberger Stadtgebiet. Dafür mussten mehrere Straßen, darunter auch der Frankenschnellweg, kurzzeitig gesperrt werden.

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