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Rund 200 Menschen haben in Nürnberg erneut gegen den geplanten Bau eines ICE-Werks im Stadtteil Altenfurt protestiert. Sie befürchten, dass der Standort als Favorit der Bahn gilt.

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200 Menschen bei Demo gegen ICE-Werk in Nürnberg-Altenfurt

Rund 200 Menschen haben in Nürnberg erneut gegen den geplanten Bau eines ICE-Werks im Stadtteil Altenfurt protestiert. Sie befürchten, dass der Standort als Favorit der Bahn gilt. Die Stadt solle sich nun positionieren, fordern die Demonstranten.

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Von
  • Julia Demel
  • Jonas Miller

Die Demonstration am Sonntag war eine kurzfristig organisierte Reaktion auf die Bekanntgabe detaillierterer Planungen der Bahn für das Werk. Vor wenigen Tagen hatte die Bahn eine Vorauswahl bekanntgegeben und dabei mehrere Standorte aus der Planung herausgenommen und neue verkündet. Rund 200 Menschen versammelten sich deswegen an der Straße der Menschenrechte , um gegen ein mögliches ICE-Werk in Altenfurt zu demonstrieren.

Anwohner sorgen sich um Lärmbelästigung

Wie Carola Reichl, eine der Initiatorinnen der Demo, kritisiert, ist Altenfurt "offenbar immer noch der Favorit" der Bahn. Und das, obwohl die Bahn selbst als Kriterium nennt, es dürfe sich keine "signifikante Siedlungsstruktur" in der Nähe befinden. Die Bürger von Altenfurt und Fischbach fragten sich nun, warum ihr Wohnort keine solche Struktur darstelle. Auch andere Teilnehmer äußerten erneut die Sorge um den Bannwald und vor einer permanenten Lärmbelästigung, sollte das Werk kommen.

Forderung: Stadtspitze soll sich positionieren

Die Stadtspitze und Oberbürgermeister Marcus König (CSU) wurden von Sprechern aufgefordert, sich klar zu positionieren. Nachdem nun alle anderen Standorte in Nürnberg weggefallen seien und Bürgermeister der neu hinzugekommenen Orte sich zum Teil gleich klar gegen das Werk positioniert hätten, erwarte man von der Stadtführung auch eine klare Stellungnahme, wie sie zum Standort Altenfurt stehe.

Baupläne sorgen seit Jahren für Kritik

Das geplante ICE-Werk soll laut Bahn zu einem störungsfreien Fernverkehr beitragen. Bei der Verkündung der Pläne 2019 sorgte die Meldung beim damaligen Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für große Freude. Doch die Kritiker erhoben schnell ihre Stimme gegen den geplanten Bau. Vor allem Bürgerinnen und Bürger aus Altenfurt kritisieren die Pläne. Denn Altenfurt liegt dicht an der ICE-Strecke von München nach Nürnberg. Ein Waldgebiet trennt den Stadtteil von den Gleisen. Die Bahn hat bei der Bekanntgabe ihres Bauvorhabens diesen Wald als möglichen Standort benannt. Ein Frevel gegen die Natur, ein Verlust an Naherholung und eine Zumutung, was die Lärmbelästigung der Anwohner betrifft, so deren Kritik.

ICE-Werk soll 2028 in Betrieb gehen

Die Bahn will auf einem fünfeinhalb Kilometer langen Grundstück eine Werkstatt-Halle mit umfangreichen Außenanlagen errichten. Dort sollen ICE-Züge gereinigt und gewartet werden. So sollen Zugpannen vermieden werden. Das Werk im Raum Nürnberg soll 2028 in Betrieb gehen und höchstens 25 Minuten Fahrzeit vom Hauptbahnhof Nürnberg entfernt liegen. Neun Flächen kommen derzeit in Frage – darunter weiterhin der umstrittene Standort bei Nürnberg-Altenfurt.

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Mögliche Standorte für das ICE-Werk bei Nürnberg

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