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200 Jahre Luitpold: Spuren des Prinzregenten im Spessart | BR24

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Vor 200 Jahren wurde Prinzregent Luitpold in Würzburg geboren. Zu seinen Lebzeiten verbrachte er viel Zeit in einem Jagdschloss im Spessart. Vor allem im Museum Weibersbrunn erinnert man sich gerne daran.

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200 Jahre Luitpold: Spuren des Prinzregenten im Spessart

Vor 200 Jahren wurde Luitpold Karl Joseph Wilhelm von Bayern in der Residenz zu Würzburg geboren – besser bekannt als Prinzregent Luitpold. Zeitlebens blieb er wohl im Herzen ein Franke, und im Spessart hielt er sich im Alter besonders gerne auf.

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Von
  • Carol Lupu
  • Anke Gundelach

Schon sein Vater König Ludwig I verbrachte gerne Zeit im heutigen Unterfranken - fernab von München. Kein Wunder, dass Prinz Luitpold vor 200 Jahren in der Würzburger Residenz das Licht der Welt erblickte. Da gehörte Franken gerade mal 15 Jahre zu Bayern. Auch der Spessart war neu im Königsreich der Wittelsbacher. Er wurde zu einem von Luitpolds liebsten Rückzugsorten. Im hohen Alter kam er mindestens einmal im Jahr, um hier wochenlang zu wohnen und zu jagen.

Im stolzen Alter von 65 zur Regentschaft

Die Regentschaft fiel Luitpold im Jahr 1886 zu, nachdem König Ludwig II im Starnberger See zu Tode gekommen und dessen Nachfolger Otto für geisteskrank und damit unfähig befunden worden war. Im Alter von 65 Jahren wurde Luitpold also zum Prinzregenten. Für Bayern begann damit eine goldene Zeit - und auch für Franken. Unter anderem half Luitpold dem aufstrebenden Kurort Kissingen auf seinem Weg zu einem Bad von Weltrang. Vor allem der von ihm in Auftrag gegebene und nach ihm benannte Regentenbau zeugt noch heute davon. Er ist Bad Kissingens Wahrzeichen. Seine Vollendung erlebte Luitpold allerdings nicht mehr. Er starb 1912 im Alter von 91 Jahren an einer Bronchitis.

Freizeit und Jagd in den Spessartwäldern

"Urlaub" machte der betagte Prinz gerne in Weibersbrunn im Spessart (Landkreis Aschaffenburg). Jedes Jahr kam er, um hier wochenlang zu jagen. Im Heimatmuseum von Weibersbrunn wird sogar noch die Kloschüssel aufbewahrt, die seine Hoheit benutzt haben soll: zartblau bemalt, Teutonia steht in Jugendstillettern auf dem Porzellan. Das gute Stück war auf dem Dachboden des Jagdschlosses gefunden worden, wo Luitpold seinerzeit wohnte. Als das Schloss in private Hände verkauft wurde, trug Ex-Staatsminister Eberhard Sinner aus Lohr höchstpersönlich dazu bei, dass die Kloschüssel für die Nachwelt erhalten wurde und ins Museum kam. Dort steht sie nun in der Prinzregentenstube.

Die Rettung der königlichen Kloschüssel

Aber noch viel mehr erinnert im Museum an den greisen Prinzregenten. Seine Originalmöbel, seine Zigarren, seine Jagdkleidung, seine Stiefel und viele Fotografien mit Luitpold und "seinen" Spessartern sind dort ausgestellt. Er habe sich im Spessart wirklich wohl gefühlt, erzählt Museumsleiterin Heidrun Gärtner. Bei einer Volkszählung soll er sich sogar selbst als Weibersbrunner ausgegeben haben, nicht als Münchner. Eberhard Sinner würde sich wünschen, dass Luitpold im Spessart sein eigenes Museum bekommt. Natürlich so, dass alles einen würdigen Platz erhält, allen voran die schöne Kloschüssel.

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