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Prinzregent Luitpold.

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    200. Geburtstag: Ausstellung für Prinzregent Luitpold in München

    Das Bayerische Nationalmuseum erinnert ab Juli mit einer Ausstellung von Geburtstagsgaben an die Geburt des Prinzregenten Luitpold vor 200 Jahren. Nach dem Tod König Ludwigs 1886 übernahm Luitpold als Prinzregent das Zepter.

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    Von
    • Gerhard Brack

    Von Juli an stellt das Bayerische Nationalmuseum Memorabilia an Prinzregent Luitpold aus. Das Haus in der Münchner Prinzregentenstraße zeigt sogenannte Glückwunschadressen, die größtenteils noch nie öffentlich zu sehen waren, unter dem Titel "Glanzvolle Glückwünsche". Luitpold war am 12. März 1821 in Würzburg geboren.

    Gaben zu runden Ehrenfesten

    Die Gaben, die ab Juli in München ausgestellt werden, wurden zum 70., 80. und 90. Geburtstag des sehr beliebten Regenten überreicht, der 1886 in Vertretung für den erkrankten Bruder Otto des ums Leben gekommenen Königs Ludwig II. zum Monarchen in Bayern wurde. Die Kunstwerke stammen aus der Zeit von Historismus bis Jugendstil. Gezeigt werden außerdem Gemälde und Skulpturen, aber auch die Joppe, die der als bescheiden bekannte Luitpold bei seinem Tod im Dezember 1912 getragen haben soll.

    Gedenkmünze für den Prinzregenten

    Der Freundeskreis des Bayerischen Nationalmuseums, das 1900 vom Prinzregenten eröffnet worden war, hat zudem eine Gedenkmünze zu Ehren von Luitpold gestalten lassen. Mit dem Erlös der Silbermünze soll die Ausstellung gefördert werden, wie das Museum auf Anfrage mitteilte.

    Die Schau war ursprünglich zum Geburtstag am 12. März geplant, musste aber pandemiebedingt verschoben werden.

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    Bildrechte: BR/Gerhard Brack

    Bayerisches Nationalmuseum.

    Prinzregententorte im Café Luitpold

    Heute sind viele Einrichtungen und Dinge nach dem Prinzregenten benannt, denn der Name "Prinzregent Luitpold" transportiert auch den Klang einer Welt, von der viele annehmen, dass es eben "die gute alte Zeit" war: Rehaklinik, Wanderweg, Bier, Gasthof, Hotel, Hütte, Medaille, Wohnheim, Fischerstechen, Stiftung, Straße, Birnenbrand, Lederhose, Theater und - Torte.

    Bescheiden und pflichtbewusst

    In jeder Hinsicht das Gegenteil des "Kini", gilt Luitpold bis heute als bescheidener, pflichtbewusster, zurückhaltender Mann - zu Recht, wie Katharina Weigand, Historikerin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, findet. Als Luitpold starb, waren seine hinterlassenen persönlichen Gegenstände nicht der Rede wert: Porträts zum Verschenken, Zigarren und abgetragene Kleidung.

    Es sei aber Luitpolds Verdienst, nach den Schuldeneskapaden und dem mysteriösen Tod von Ludwig II. Bayern vor dem Auseinanderbrechen bewahrt zu haben, findet Weigand. Trotz seines hohen Alters eröffnete der Prinzregent in München die Wiesn, reiste im Land umher und "klapperte Bayern ab, um die Krone wieder sichtbar zu machen". Nach Luitpold kamen der Krieg und das Ende der Monarchie durch die Abdankung seines Sohnes Ludwigs III.

    "Die gute alte Zeit" vor dem Jahr 1914

    In Filmen wie den 60er-Jahre-Komödien "Lausbubengeschichten" nach Ludwig Thoma lebt die Ära Luitpold weiter oder in Fernsehserien wie "Königlich Bayerisches Amtsgericht", die sie vor einem halben Jahrhundert so beschwor: "Es war eine liebe Zeit, die gute alte Zeit vor anno 14. In Bayern gleich gar. Damals hat noch Seine Königliche Hoheit der Herr Prinzregent regiert, ein kunstsinniger Monarch. Denn der König war schwermütig. Das Bier war noch dunkel, die Menschen war'n typisch, die Burschen schneidig..."

    Mit Material von dpa.

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