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200 Bürger demonstrieren in Langenzenn gegen XXL-Gewächshäuser | BR24

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In Langenzenn haben rund 200 Menschen gegen geplante XXL-Gewächshäuser demonstriert.

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200 Bürger demonstrieren in Langenzenn gegen XXL-Gewächshäuser

In Langenzenn haben Bürgerinnen und Bürger erneut gegen den geplanten Bau riesiger Gewächshäuser protestiert. Obwohl es sich um ein Großprojekt handelt, hat die Gemeinde kein Mitspracherecht. Eine Stadträtin fordert deshalb, die Gesetze zu ändern.

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Das Thema Gewächshäuser bewegt die Menschen in Langenzenn (Lkr. Fürth). Zur "Montagsdemo" auf dem zentralen Prinzregentenplatz kamen rund 200 Bürgerinnen und Bürger – etwas mehr als von den Organisatoren erwartet. Ihr Ärger richtet sich gegen den geplanten Bau mehrerer riesiger Gewächshäuser in den Langenzenner Ortsteilen Hardhof und Keidenzell. Sie prangern nicht nur einen enormen Flächenverbrauch an, sondern fürchten auch um ihr Grundwasser.

Knoblauchsländer Gemüsebauern planen Anbau im großen Stil

Allein in Hardhof will ein Gemüsebauer aus dem Nürnberger Knoblauchsland rund 15 Hektar Fläche verbauen. Neben den Gewächshäusern sollen auch ein Heizkraftwerk, ein Wasserspeicher, Aufenthaltsräume für Mitarbeiter sowie ein Parkplatz entstehen. Auch im Ortsteil Keidenzell soll ein XXL-Gewächshaus gebaut werden, um Bio-Gemüse zu erzeugen.

Kritik der Bürger: Riesen-Gewächshäuser widersprechen Bio-Gedanken

Obwohl Bio-Gemüse angebaut werden soll, sprechen Kritiker wie der CSU-Stadtrat Thomas Ziegler von einer überdimensionierten "Industrieanlage". Noch dazu brauche der Gemüseanbau deutlich mehr Wasser als in der sehr niederschlagsarmen Region zur Verfügung steht. Zieglers Stadtratskollegin Birgit Osswald (CSU) sieht in der Folge sogar "die Trinkwasserversorgung in Gefahr". Osswald sagte weiter, bei dem geplanten Projekt stünden "wirtschaftliche Interessen einzelner Betriebe in krassem Konflikt zur Trinkwasserversorgung".

© BR/Andreas Schuster

In Langenzenn sind die Bürger erneut gegen den Bau riesiger Gewächshäuser auf die Straße gegangen.

Stadt Langenzenn hat kein Mitspracherecht

Der Stadtrat von Langenzenn lehnt die geplanten Gewächshäuser franktionsübergreifend ab. Dennoch gibt es kaum realistische Chancen, den Bau zu verhindern. Grund sind die geltenden Privilegien für den Erwerbsgartenbau. Die Gemeinde hat bei sogenannten "privilegierten Bauvorhaben im Außenbereich" kein Mitspracherecht.

Stadträtin: Die Baugesetze für Großprojekte müssen sich ändern

CSU-Stadträtin Osswald forderte bei der Kundgebung sogar, über eine Gesetzesänderung nachzudenken. "Wenn es die rechtliche Situation erlaubt, solche Agrarfabriken als privilegiertes Bauvorhaben auszuweisen, dann muss hier dringend an den rechtlichen Stellschrauben gedreht werden", so Osswald. Die Stadträtin ärgerte sich weiter: "Das kann’s ja nicht sein, dass wir über jede Dachgaube mitentscheiden müssen, und bei solchen landschaftsverändernden Maßnahmen werden wir nicht einmal gehört".

Gemüsebauer will an Planungen festhalten

Der Gemüsebauer Johannes Höfler aus dem Nürnberger Knoblauchsland, der in Hardhof gerne bauen möchte, hingegen argumentiert, da Pflege und Ernte in den Anlagen automatisiert ablaufen sollen, müssten die Gewächshäuser so groß sein. Er hat zudem Pläne für ein Regenwasserspeicherbecken. Damit will er 85 Prozent seines Wassersbedarfs decken. Dem Bayerischen Rundfunk sagte er, er wolle an den Planungen festhalten und sich darüber hinaus nicht erneut äußern.

In zwei Wochen wollen die Gewächshaus-Gegner erneut demonstrieren. Die Montagsdemo soll ein fester Termin in Langenzenn werden.

© BR/Andreas Schuster

Zur Demo auf dem Prinzregentenplatz in Langenzenn kamen etwa 200 Bürgerinnen und Bürger

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