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20. Mai oder doch später? Streit um Abi in Bayern | BR24

© pa/dpa/SebastianKkahnert

Lehrerin rückt Tische und Stühle fürs Abitur auseinander

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    20. Mai oder doch später? Streit um Abi in Bayern

    Der eigentliche Termin vom 30. April ist schon lange vom Tisch: Wegen der Coronakrise hat das bayerische Kultusministerium den Beginn der Abiturprüfungen auf den 20. Mai verschoben. Schülervertreter fordern jetzt aber eine erneute Verschiebung.

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    Egal wann es letztendlich stattfindet, das diesjährige Abitur ist schon jetzt besonders: In gut vier Wochen sollen die Prüfungen zur Allgemeinen Hochschulreife in Bayern abgelegt werden. So jedenfalls ist der Plan des bayerischen Kultusministers Michael Piazolo (FW).

    Schülervertreter plädieren für Verschiebung nach Pfingsten

    Viele Schüler in Bayern haben dabei aber offensichtlich immer noch Bedenken. Deshalb haben sich die Bezirksschülersprecher aus Unterfranken, Niederbayern, Schwaben und der Oberpfalz nun in einem offenen Brief an den Kultusminister gewandt und eine erneute Verschiebung gefordert. Sie plädieren für einen Termin nach den Pfingstferien.

    Viele Schüler befürchten offenbar, dass sie in verschiedenen Fächern noch Klausuren des laufenden Halbjahres nachschreiben müssen. In dieser Logik blieben am Ende nur vier freie Tage zur Vorbereitung der eigentlichen Prüfungen. Vor der Corona-Krise waren dafür mehr als drei Wochen vorgesehen.

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    Faire Bedingungen nur durch mehr Zeit

    Die Bezirksschülersprecher argumentieren, dass nur mit einer Verschiebung des Prüfungsbeginns faire Bedingungen und eine Vergleichbarkeit der Abiturjahrgänge gewährleistet werden könnten. Obwohl Fairness versprochen worden sei, führe der enge Zeitplan nun zu erheblichen Nachteilen, hieß es in dem Brief.

    "An der Uni wird später niemand darauf Rücksicht nehmen, dass man im Corona-Jahrgang Abitur gemacht hat", sagte Pauline Behnke, Bezirksschülersprecherin der Gymnasien in Unterfranken. Gerade weil in den vergangenen Wochen nicht alle Schüler zu Hause die gleichen Lernbedingungen hatten, bräuchte es mehr Zeit, um den Prüfungsstoff zu wiederholen.

    Staatsregierung beharrt weiter auf Datum

    Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) will an dem durch das Coronavirus bereits auf den 20. Mai verschobenen Start der Abiturprüfungen allerdings nicht rütteln. Dafür gibt es nach seinen Worten aber bereits eine einvernehmliche Lösung, damit noch ausstehende Klausuren bis dahin nicht in der geplanten Form geschrieben werden müssen. Auch mit dem Landesschülerrat sei man deswegen in Kontakt, versicherte Piazolo. Genaue Details will der Minister nächste Woche bekanntgeben. "Fakt ist: Wir werden den Schülern sehr weit entgegenkommen", so Piazolo.

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    Landesschülerrat sieht keinen Grund für Verschiebung

    Der Landesschülerrat in Bayern distanziert sich ebenfalls von den Forderungen der einzelnen Bezirksschülersprecher. Das Schreiben an Kultusminister Piazolo sei nicht mit den Verantwortlichen des Landesschülerrates abgestimmt worden, heißt es in einer Pressemitteilung. Man arbeite aber weiterhin daran, die bestmögliche Lösung für Bayerns Schülerinnen und Schüler zu erreichen.

    "Wir befinden uns auf der Zielgeraden, eine äußerst schülerfreundliche Lösung zu erreichen. Solche Alleingänge schaden nur dem Konsens und dem konstruktiven Dialog." Joshua Grasmüller, Landesschülersprecher der Gymnasien

    Der Landesschülerrat beruft sich dabei auf eine Umfrage unter den Jahrgangsstufensprechern aus ganz Bayern. "Diese bestärkt uns in unserer Position, die Abiturprüfungen in diesem Jahr ganz abzusagen, sofern dies aus Gründen des Infektionsschutzes nötig sein sollte", so Pressesprecher Christian Mancin. "Es zeigt jedoch auch, dass sich die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler gegen eine weitere Verschiebung der Prüfungen ausspricht."

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