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20 Jahre Museum Georg Schäfer in Schweinfurt | BR24

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Vor 20 Jahren ist das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt eröffnet worden. Alle geplanten Feierlichkeiten mussten jedoch wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

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20 Jahre Museum Georg Schäfer in Schweinfurt

Auf den Tag genau vor 20 Jahren ist das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt eröffnet worden. Gefeiert wird allerdings nicht. Alle geplanten Jubiläumsfeierlichkeiten mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

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Der quaderförmige Museumsbau beherbergt die weltweit umfangreichste und qualitativ bedeutendste Privatsammlung deutscher Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts mit Meisterwerken von Caspar David Friedrich, Carl Spitzweg, Max Slevogt, Lovis Corinth oder Max Liebermann. Der Schweinfurter Großindustrielle Georg Schäfer – ehemaliger Chef und Miteigentümer des Kugellagerkonzerns FAG Kugelfischer - sammelte zu Lebzeiten Gemälde der deutschen Romantik und des Realismus. Rund 900 Gemälde und etwa 3.500 Zeichnungen der deutschen Romantik und des Realismus umfasst die Sammlung.

"Das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt wird künftig in einem Atemzug mit berühmten Sammlungen wie der Tate Gallery in London, der Berliner Nationalgalerie oder der Neuen Pinakothek in München genannt werden.“ Edmund Stoiber bei Eröffnung des Museums vor 20 Jahren

820.000 Menschen haben das Museum in den vergangenen 20 Jahren besucht. Die Kunstinteressierten kommen aus ganz Deutschland, um neben der ständigen Sammlung zahlreiche Sonderausstellungen anzusehen. Anfänglich sah das auch so aus, denn in nur drei Monaten strömten über 32.000 Besucher in den modernen vom Berliner Architekt Volker Staab entworfenen quaderförmigen Museumsbau. In den darauffolgenden Jahren stieg die Besucherzahl auf bis zu 74.000 pro Jahr. Dann ging es aber wieder ein Stück zurück.

Entstanden auf einer Bauruine

Entstanden ist das "Museum Georg Schäfer" quasi auf einer Bauruine. Ursprünglich war hier nämlich ein Parkhaus geplant. Das ist aber bis auf die Parkflächen unter der Erde und einen ersten Stock nie fertig geworden. Als Anfang der Neunziger Jahre Schweinfurt bundesweit in die Schlagzeilen geriet, weil in der Großindustrie mehr als zehntausend Arbeitsplätze gestrichen wurden, versuchte die damalige Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser bei der Bayerischen Staatsregierung Gelder locker zu machen, um zusätzliche Arbeitsplätze nach Schweinfurt zu bringen und um einen Besuchermagneten zu schaffen.

Unterstützung vom Freistaat Bayern

Das ist gelungen: Der Freistaat Bayern installierte eine Außenstelle des Bayerischen Landesamts für Statistik in Schweinfurt und bewilligte den Bau eines Museums für die Sammlung Dr. Georg Schäfer. Die Werke der Sammlung waren bislang beispielsweise in der Neuen Pinakothek in München als Leihgaben zu sehen. Mit 28 Millionen Mark finanzierte der Freistaat Bayern den Museumsbau. Unterhalt und Personalkosten muss seitdem die Stadt Schweinfurt tragen. Mit dem Slogan "Industrie und Kunst" wirbt die Stadt entlang der umliegenden Autobahnen auf braunen, touristischen Hinweistafeln für Schweinfurt, nachdem das ehemalige Ernst-Sachs-Bad zur Kunsthalle umgebaut wurde.

Geringes Budget für ein Museum

Das "Museum Georg Schäfer" musste in der Vergangenheit mit gut einer Million Euro jährlich auskommen. Ein Budget, das im Vergleich zu ähnlichen Museen als sehr knapp bemessen beurteilt wurde. Weil durch die Corona-Krise ein Gewerbesteuerausfall in zweistelliger Millionenhöhe erwartet wird, wurden alle städtischen Budgets gekürzt. Und so muss das "Museum Georg Schäfer" laut Museumsleiter Wolf Eiermann nun einen finanziellen Einschnitt um 40 Prozent verkraften.

Diskussion um Raubkunst

Seit geraumer Zeit steht die Sammlung Dr. Georg Schäfer und damit auch das Museum in der Kritik. Es geht um den Vorwurf, dass rund 60 Werke aus jüdischer Raubkunst Bestandteil der Sammlung sind. Beispielsweise ein Bild von Max Liebermann. Eiermann sagte dazu zuletzt, dass diese Bilder nicht mehr öffentlich gezeigt werden. An Rückgabe an beispielsweise die Erben der einstigen jüdischen Eigentümer denkt die Stiftung aber nicht.

© Norbert Steiche/BR-Mainfranken

Auf den Tag genau vor 20 Jahren ist das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt eröffnet worden. Gefeiert wird allerdings nicht. Alle geplanten Jubiläumsfeierlichkeiten mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

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