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20 Jahre Dokumentationszentrum Obersalzberg | BR24

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20 Jahre Dokumentationszentrum Obersalzberg

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20 Jahre Dokumentationszentrum Obersalzberg

Dass ein Lernort zum Nationalsozialismus derart großes Interesse erfährt, hätte vor 20 Jahren niemand gedacht. Doch das Dokumentationszentrum auf dem Obersalzberg hat sich zum Besuchermagnet entwickelt - an einem schwierigen Erinnerungsort.

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Wie sollte man umgehen mit dem Berg, auf dem Adolf Hitler seine Machtzentrale eingerichtet hatte? Nicht nur Geschichtsforscher standen vor einer großen Herausforderung. Schließlich wollte man keine Spuren verwischen, sondern am Obersalzberg einen passenden, sensiblen Gedenkort errichten.

Während der Zeit des Nationalsozialismus war der Obersalzberg ein sogenanntes "Führersperrgebiet". Adolf Hitler errichtete dort einen zweiten Regierungssitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Amerikaner viele der Gebäude auf dem Obersalzberg gesprengt - um zu verhindern, dass sie zu Kultstätten für NS-Anhänger werden. Wo einst Hitlers Residenz stand, wächst heute Wald.

Erinnerungsort wird zum Besuchermagnet

Vor 20 Jahren, am 20. Oktober 1999, ist auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden das Dokumentationszentrum eröffnet worden, ein Lern- und Erinnerungsort über die Zeit des Nationalsozialismus.

Womit kaum einer gerechnet hatte: die Dokumentationsstätte ist zum beliebten Besuchermagnet geworden. Anfangs rechnete man mit 30.000 bis 40.000 Besuchern jährlich, inzwischen kommen jedes Jahr bis zu 170.000 Interessierte.

Wegen der großen Nachfrage entsteht seit 2017 ein Erweiterungsbau. Die Ausstellungsfläche wird damit vervierfacht. Allerdings hatte auch die deutliche Kostenexplosion von ursprünglich geplanten 14 auf nun etwa 30 Millionen Euro für kontroverse Diskussionen gesorgt.

Festakt zum Jubiläum

Politiker und Museumsdirektoren feiern das 20-jährige Bestehen des Dokumentationszentrums am Sonntag mit einem Festakt. Besucher haben freien Eintritt.

Derzeit zeigt eine Dauerausstellung die Geschichte des Obersalzbergs und des Nationalsozialismus. Außerdem gibt es Wechselausstellungen, Vorträge und Angebote, zum Beispiel für Schüler.

© dpa / Matthias Balk

Seit 20 Jahren informiert die Ausstellung über die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten. Bis 2021 sollen die Räume erweitert werden.

© BR / Herbert Ebner

Eingang zum Dokumentationszentrum Obersalzberg. Zum Festakt zum 20-jährigen Bestehen wird am Sonntag auch Heimatminister Albert Füracker (CSU).

© dpa / Matthias Balk

Ein Bild von Adolf Hitler in der Ausstellung im Dokumentationszentrum Obersalzberg bei Berchtesgaden.

© dpa / Matthias Balk

Sammel-Luftschutzraum in der Bunkeranlage des Dokumentationszentrums Obersalzberg.

© BR.de

Mit einem Festakt hat das NS-Dokumentationszentrum Obersalzberg sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Die Ausstellung wird zurzeit erweitert und soll 2021 etwa vier Mal so groß sein.