Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

20.000 Bienen getötet: Fall aufgeklärt | BR24

© BR

Überraschende Wendung im Fall des verklebten Bienenstocks mit 20.000 toten Tieren in Ludwigsstadt (Lkr. Kronach). Es war wohl kein mutwilliger Anschlag. Ein örtlicher Imker gab zu, den Stock wegen Seuchengefahr versiegelt zu haben.

3
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

20.000 Bienen getötet: Fall aufgeklärt

Überraschende Wendung im Fall des verklebten Bienenstocks mit 20.000 toten Tieren in Ludwigsstadt (Lkr. Kronach). Es war wohl kein mutwilliger Anschlag. Ein örtlicher Imker gab zu, den Stock wegen Seuchengefahr versiegelt zu haben.

3
Per Mail sharen
Teilen

Der Fall des getöteten Bienenvolkes in Ludwigsstadt im Landkreis Kronach ist aufgeklärt. Wie die Polizei in Ludwigsstadt dem BR sagte, sei ein Mitglied des heimischen Imkervereins verantwortlich für den versiegelten Bienenstock. Der Mann habe bereits vor Ostern den selbstgebauten Bienenstock entdeckt, das Bienenvolk war da bereits tot.

Da sich der Bienenstock in einem Waldgebiet befindet, in dem Imker derzeit gegen die amerikanischen Faulbrut kämpfen, eine anzeigepflichtige Bienenseuche, habe der Mann nach eigenen Angaben die so genannten Einflugslöcher des Bienenstockes versiegelt, damit sich kein weiteres Bienenvolk darin einnistet und mit dem Bakterium infiziert. Da der Eigentümer des Bienenstockes zu dieser Zeit im Urlaub war, habe der Mann vergessen, diesen darüber zu informieren.

20.000 Bienen in Ludwigsstadt getötet

Der Fall hatte am Wochenende für Aufsehen gesorgt, da der Eigentümer seinen mit Dämmwolle und Kleber versiegelten Bienenstock vorgefunden hatte. Zunächst war man von einem mutwilligen Anschlag auf das Bienenvolk ausgegangen, dem 20.000 Bienen zum Opfer fielen. Woran die Bienen tatsächlich gestorben sind, steht noch nicht fest.

UN-Appell zum Weltbienentag

Zum Weltbienentag am 20. Mai hatte die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) erneut gewarnt, der Rückgang der Bienenpopulationen stelle eine "ernste Bedrohung" für die Welternährung dar. Diese unentbehrlichen Verbündeten im Kampf gegen Hunger und Unterernährung müssten dringend geschützt werden, hieß es.

Bienen seien durch die kombinierten Effekte von Klimaerwärmung, intensiver Landwirtschaft, dem Einsatz von Pestiziden, dem Verlust von Biodiversität und Umweltverschmutzung massiv bedroht, erklärte FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva.

Kaffee, Äpfel, Tomaten: Alle brauchen Bestäuber

Laut da Silvia würde die Abwesenheit von Bienen und anderen Bestäubern dazu führen, dass Pflanzenkulturen wie Kaffee, Äpfel, Mandeln, Tomaten oder Kakao ausgelöscht werden. Sollte das Bienensterben anhalten, könnten Früchte, Nüsse und andere Gemüsesorten durch Kulturen wie Reis, Mais und Kartoffeln ersetzt werden, die nicht in gleichem Maße von Bestäubung abhängig seien.

Bayern will Natur- und Artenschutz verbessern

Bayern hat zum Schutz von Bienen und anderen Insekten ein Gesetzespaket zum Natur- und Artenschutz auf den Weg gebracht. Dazu soll das bayerische Naturschutzgesetz an mehreren Stellen geändert werden. So sollen Biotope besser vernetzt, Gewässerrandstreifen besser geschützt und der Anteil des ökologischen Anbaus deutlich erhöht werden. Mehr als 1,7 Millionen Menschen im Freistaat hatten das Volksbegehren "Rettet die Bienen" unterstützt.