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2.000 tote Schweine: Landwirt bleibt ohne Strafe | BR24

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Im April 2018 wurden 2.000 tote Schweine in einer Mastanlage in Osthausen (Lkr. Würzburg) gefunden. Der Halter der Tiere kommt jedoch ohne Haft davon.

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2.000 tote Schweine: Landwirt bleibt ohne Strafe

Im April 2018 wurden in einer Schweinemastanlage im Gelchsheimer Ortsteil Osthausen in Unterfranken 2.000 tote Schweine entdeckt. Nun steht fest: Der Halter der Tiere bleibt straffrei. Er soll zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig gewesen sein.

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Das Verfahren gegen einen Schweinehalter aus dem Landkreis Würzburg, bei dem 2.000 Tiere gestorben sind, hat die Staatsanwaltschaft eingestellt. Das bestätigen auch das Landratsamt Würzburg und der Anwalt des Landwirts. Der Mann muss also keine Strafe mehr befürchten.

Laut Tierschutzgesetz hätten dem 29 Jahre alten Landwirt bis zu drei Jahre Gefängnis im Falle einer Verurteilung gedroht. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, hätte im Rahmen der Ermittlungen nachgewiesen werden können, dass der Mann ab Frühjahr 2017 eine Vielzahl seiner Pflichten verletzt und dadurch den Tod der Tiere verursacht habe. Allerdings sei aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens davon auszugehen, dass der Mann zum Tatzeitpunkt schuldunfähig war. Wie sich dies begründet, dazu machte die Staatsanwaltschaft aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes jedoch keine Angaben.

Landwirt klagte gegen Übernahme der Entsorgungskosten

Bereits im März 2019 hatte der Landwirt erfolgreich gegen die Übernahme der Entsorgungskosten vor dem Verwaltungsgericht geklagt. Da der Mann sich selbst nicht in der Lage gesehen hatte, die verendeten Tiere zu entsorgen, beauftragte das Landratsamt Würzburg im Frühjahr 2018 eine Spezialfirma. Die Kosten von 200.000 Euro wollte sich das Landratsamt damals vom Schweinehalter zurückholen.

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Der Landwirt, in dessen Mastanlage im Gelchsheimer Ortsteil Osthausen, im vergangenen Jahr rund 2.000 verendete Schweine entdeckt wurden, muss nicht mehr vor Gericht.

Allerdings hatte das Landratsamt laut Gerichtsurteil mehrere Formfehler begangen: Zum einen hätte der Entsorgungsauftrag wohl europaweit ausgeschrieben werden müssen; das Amt hatte aber Eilbedürftigkeit gesehen und direkt eine Firma beauftragt. Zum anderen hatte das Landratsamt dem Landwirt Posten, wie Schädlingsbekämpfung, in Rechnung gestellt, die es ursprünglich gar nicht gefordert hatte.

Landwirt darf keine Tiere mehr halten

Inzwischen hat das Landratsamt einen Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt, um das Geld doch noch einfordern zu können. Eine Entscheidung steht noch aus. Zudem hat das Veterinäramt dem Schweinemäster nun dauerhaft die Haltung und Betreuung von Tieren – egal welcher Art – untersagt. Dieses Verbot akzeptiere der Landwirt uneingeschränkt, teilt sein Anwalt mit. Er lobte darüber hinaus die Würzburger Staatsanwaltschaft. Sie habe trotz des öffentlichen Drucks gewissenhaft und objektiv ermittelt und nach dem vorliegenden medizinischen Gutachten das strafrechtliche Verfahren konsequenterweise eingestellt.