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150 Jahre Neuschwanstein: Wie das Schloss die Touristen überlebt | BR24

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150 Jahre Neuschwanstein: Wie das Schloss die Touristen überlebt

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150 Jahre Neuschwanstein: Wie das Schloss die Touristen überlebt

Vor genau 150 Jahren wurde der Grundstein gelegt für Schloss Neuschwanstein. Seitdem kamen mehr als 60 Millionen Besucher. Massentourismus und Denkmalschutz unter einen Hut zu bringen - in Neuschwanstein ist das eine echte Herausforderung.

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Behutsam trägt Viktoria Jung mit ihrem Pinsel die Farbe auf am Eingang zum weltberühmten Sängersaal, gebaut für den Märchenkönig, Ludwig II. 1,5 Millionen Besucher kommen hier jährlich vorbei und hinterlassen ihre Spuren. Die muss die Restauratorin jetzt beseitigen - mit ihrem Pinsel und eigens angemischter Farbe. Putz wird ergänzt und dann farblich angeglichen, Gold wird wieder ausgebessert.

20 Millionen damit Schloss Neuschwanstein schön bleibt

Für 20 Millionen Euro wird Schloss Neuschwanstein zurzeit von Innen saniert. Viel davon ist Bau-Erhalt, aber etliche Schäden gehen auch auf die Touristen zurück. Für die kostbaren Wandmalereien sind die größten Probleme nicht die abgeschlagenen Ecken, sondern Dinge, die jeder Mensch unbeabsichtigt mit reinbringt ins Schloss: Dreck und Feutchtigkeit.

Wie die Touristen dem Bau schaden

"Die größten Faktoren sind der Staub, die Feuchte, die Atemluft, der Schweiß, die Regenfeuchte, die reingetragen werden", erklärt Viktoria Jung. Das seien die größten Faktoren, die an den Malereien zu Schäden führten.

Damit nicht genug: Teppiche sollen die empfindlichen Böden schützen, Laufbänder die Touristenmassen in geregelten Bahnen durch das Schloss geleiten, Plexiglasabdeckungen die Hände von Wandmalereien und empfindlichen Stoffen fernhalten. Schlossführer und Sicherheitspersonal achten darauf, dass die Touristen nicht alles angrapschen, und sie greifen ein bei eifrigen Souvenirjägern.

Versuchter Diebstahl in der Küche

Manche machen nämlich vor gar nichts halt: "In der Küche sind beispielsweise die Kochtöpfe gesichert. Und da hat einer versucht, mit einer Zange diese Sicherung aufzulösen", berichtet Schlossverwalter Johann Hensel.

Die Touristen sind Fluch und Segen

Viel wird inzwischen getan, um das Schloss und seine Schätze vor Schäden zu schützen. Ganz verhindern können wird man sie nie. Massentourismus und Denkmalschutz - in Neuschwanstein ist und bleibt das eine Gratwanderung.

"Man sieht, dass die Besichtigungen zu Schäden führen und gleichzeitig weiß man, dass die Besichtigungen dazu führen, dass das Kunstwerk erhalten bleibt", erklärt Viktoria Jung. Denn die Touristen bringen Geld.Und so gibt sie ihr Bestes, damit das Märchenschloss auch in Zukunft in königlichem Glanz erstrahlt.

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Schloss Neuschwanstein zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Rund 1,5 Millionen Menschen besuchten allein im Jahr 2018 das "Märchenschloss" von König Ludwig II. Im September 1869 war die Grundsteinlegung für das Bauwerk.