| BR24

 
 

Bild

Mattheo nach einer Stammzellenspende
© Tanja Heel

Autoren

Beate Mangold
Viktoria Wagensommer
© Tanja Heel

Mattheo nach einer Stammzellenspende

15 Monate alt ist der kleine Mattheo und damit der jüngste Sohn von Familie Heel aus Unterthingau. Doch Mattheo ist nicht gesund. Er leidet an einem seltenen angeborenen Immundefekt: Chronischer Granulomatose. Der Defekt hat zur Folge, dass Mattheo Pilze und Bakterien nicht abwehren kann.

Lange Zeit in Münchner Krankenhaus

Heilung gibt es für Mattheo nur über eine Stammzellenspende. Anfang Oktober hat er eine solche Spende gebraucht und musste deshalb einige Zeit in einer Münchner Klinik verbringen. Auch danach ging es nicht sofort nach Hause. Um bei Notfällen in der Nähe zu sein, wohnten Mattheo und seine Mutter Tanja Heel eine Zeit lang in einer Elternwohnung in München. Inzwischen ist die fünfköpfige Familie wieder gemeinsam in Unterthingau vereint – pünktlich zum Advent.

"Wir haben im Vorfeld gesagt, es wäre echt schön, wenn wir Weihnachten zuhause feiern könnten, aber es war ja nicht sicher. Und wir waren jetzt überrascht und auch sehr froh gestimmt, dass es jetzt wirklich sogar noch in der Adventszeit soweit ist." Vater Hubert Heel

Bruder Benjamin brauchte ebenfalls eine Spende

Mattheos Immunsystem ist noch schwach, deshalb müssen sich alle mehrmals am Tag die Hände desinfizieren und auch Besuch darf noch nicht ins Haus. Die Prozedur kennt die Familie allerdings bereits von Mattheos älterem Bruder Benjamin.

Typisierungsaktion in Kraftisried

Auch er kam vor sechs Jahren mit dem seltenen Immundefekt zur Welt. In Kraftisried hat es für ihn eine große Aktion gegeben, bei der sich 1.500 Menschen typisieren ließen. So wurde ein passender Spender gefunden und heute lebt Benjamin ohne jegliche Beeinträchtigung. Bei Mattheo sind die Voraussetzungen noch besser, denn bei seinem Spender stimmten zehn von zehn Merkmalen überein.

"Das ist ganz wichtig, dass einfach viele Menschen typisiert sind, weil man könnte einfach noch viel mehr auf diese Art und Weise behandeln und hoffentlich auch heilen. Aber es gibt trotzdem noch wahnsinnig viele Patienten, die dieses Glück nicht haben oder keinen passenden Spender finden." Tanja Heel

Familie Heel wünscht sich deshalb, dass die Geschichte ihrer beiden Söhne viele motiviert, sich typisieren zu lassen. Die Spender haben ihren Söhnen das Leben gerettet, sagt Tanja Heel - und das mit nur einem Speichelabstrich und einer Stammzellenspende.