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Wahl kurios: Handschriftliche Kandidaten und knappe Ausgänge | BR24

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Alex Eder von den Freien Wählern fehlten im Landkreis Unterallgäu nur 14 Stimmen für den Wahlsieg.

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Wahl kurios: Handschriftliche Kandidaten und knappe Ausgänge

Kurioses Ergebnis bei der Landratswahl im Landkreis Unterallgäu: Alex Eder von den Freien Wählern fehlen 14 Stimmen für den Wahlsieg. In Hohenaltheim muss die einzige Kandidatin um das Bürgermeisteramt überraschend in die Stichwahl.

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Neben Sieger und Verlierern hat die Kommunalwahl in Bayern auch kuriose Geschichten zu bieten.

"Der ganze Abend war Achterbahn“, beschreibt Alex Eder seine Gefühle. Aus der Landratswahl im Unterallgäu ging der Kandidat der Freien Wähler zwar als klarer Sieger hervor, die absolute Mehrheit verpasste der 36-Jährige allerdings um gerade mal 14 Stimmen. Mal lag er am Wahlabend über der magischen Marke von 50 %, mal ging es wieder darunter. Am Ende knackte Eder zwar die 50-Prozent-Marke, bekam aber eben nicht die Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Stichwahl im Unterallgäu wahrscheinlich

Sein hervorragendes Ergebnis weiß der Bauingenieur durchaus zu schätzen, aber "unter den hervorragenden Ergebnissen ist es das schlimmste, was man kriegen kann, weil es so knapp dran ist einfach durch zu sein.“ Bleibt es beim vorläufigen Wahlergebnis, wird es eine Stichwahl gegen CSU-Kandidat Rainer Schaal geben, der auf 25,6 % kam. Das amtliche Ergebnis wird frühestens am Dienstagabend feststehen.

13 Stimmen Vorsprung in Wittislingen

Die umgekehrte Situation findet sich in Wittislingen (Lkr. Dillingen). Dort ist Thomas Reicherzer (SPD ) mit 50,5 Prozent zum Bürgermeister gewählt worden, in Zahlen sind das 13 Stimmen Vorsprung. Sein Gegenkandidat Paul Seitz (CSU) erhielt 49,5 Prozent der Stimmen und sagte am Abend deshalb, er wolle gerne, dass nachgezählt wird. Offiziell eingegangen ist dieser Antrag bei der Gemeinde aber noch nicht.

Thomas Reicherzer ist erst 24 Jahre alt. Damit ist er einer der jüngsten Bürgermeister in Bayern, wenn nicht sogar der Jüngste. Derzeit studiert er in Konstanz Politik- und Verwaltungswissenschaften, seit er 16 Jahre alt ist ist er in der SPD aktiv.

Einzige Kandidatin in Hohenaltheim muss in die Stichwahl

In Hohenaltheim (Lkr. Donau-Ries) muss Bürgermeisterkandidatin Martina Göttler in die Stichwahl, obwohl sie offiziell keinen Gegenkandidaten hatte. Auf Göttler, die für den "Bürgerblock Hohenaltheim-Niederaltheim/Unabhängige Wähle Hohenaltheim-Niederaltheim" kandidierte, entfielen 177 Stimmen und damit 47,7 Prozent, wie die Verwaltungsgemeinschaft Ries mitteilt. 104 Wähler schrieben den Namen des Gemeinderats Friedrich Bauer handschriftlich auf den Wahlzettel. Er kam dadurch auf 28,7 Prozent. Bauer hat nun laut Verwaltungsgemeinschaft Ries zwei Tage Zeit, sich zu entscheiden, ob er zur Stichwahl antritt.

Handschriftlich zu knapp 30 Prozent der Stimmen

Martina Göttler bezeichnete Bauer im Gespräch mit dem BR als "Querulanten". Bauer habe sich bewusst spät eingeklinkt, weil er als offizieller Kandidat keine Chance gegen sie gehabt hätte, so Göttler. Friedrich Bauer habe vor der Wahl Zettel in der Gemeinde verteilt habe, auf denen erklärt ist, wie man ihn wählen könne, auch wenn er nicht als Wahlvorschlag auf dem Stimmzettel steht. Friedrich Bauer war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Eine wählbare Person kann in Bayern handschriftlich auf dem Stimmzettel eingetragen und damit zum Bürgermeister gewählt werden, wenn es offiziell nur einen Kandidaten gibt. Das regelt §77 der bayerischen Gemeinde- und Landkreiswahlordnung.

Die Stichwahlen sollen trotz des Katastrophenfalls wie geplant in zwei Wochen stattfinden. Allerdings sollen die nötigen Abstimmungen komplett per Briefwahl durchgeführt werden.