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131 Jobs betroffen: Kennametal schließt Werk in Lichtenau | BR24

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Der Werkzeughersteller Kennametal Widia hat bei einer Betriebsversammlung angekündigt, sein Werk in Lichtenau schließen zu wollen. Nach Angaben der IG Metall Westmittelfranken sind davon 131 Beschäftigte betroffen.

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131 Jobs betroffen: Kennametal schließt Werk in Lichtenau

Der Werkzeughersteller Kennametal Widia hat bei einer Betriebsversammlung angekündigt, sein Werk in Lichtenau schließen zu wollen. Nach Angaben der IG Metall Westmittelfranken sind davon 131 Beschäftigte betroffen, darunter neun Auszubildende.

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Wann das Werk in Lichtenau endgültig dicht macht, steht noch nicht fest. Allerdings drückt die Unternehmensleitung offenbar aufs Tempo: Noch vor den Sommerferien will sie Verhandlungen mit dem Betriebsrat aufnehmen. Dabei solle über die Schließungsmodalitäten und einen Sozialplan verhandelt werden, sagte Bianka Möller von der IG Metall dem Bayerischen Rundfunk.

"131 Existenzen weggeworfen"

Sie geht davon aus, dass Kennametal Widia rasch geschlossen werden soll. "Wie kann das besser gelingen als zur Haupturlaubszeit, wo Belegschaften und Betriebsräte eigentlich ihren wohlverdienten Urlaub genießen wollten?", so Möller. "Wir sind entsetzt, dass hier 131 Existenzen weggeworfen werden."

Neben dem Werk in Lichtenau soll nach Unternehmensangaben auch noch eines in Essen und ein Verteilzentrum im saarländischen Neunkirchen geschlossen werden. Die Produktion will Kennametal an preiswertere Standorte verlagern. Die Schließung ist Teil eines Restrukturierungplans des US-amerikanischen Werkzeugherstellers, von dem auch Standorte in den USA betroffen sind. Das Unternehmen selbst erklärte, die Organisationsstrukturen verschlanken zu wollen, um ein kontinuierliches Wachstum sicherzustellen.

IG Metall: einstigen Weltmarktführer "systematisch kaputt gemacht"

Bianka Möller von der IG Metall wirft der Unternehmensführung dagegen vor, das Werk systematisch kaputt gemacht zu haben. Kennametal in den USA und sein europäisches und deutsches Management hätten vor zwei Jahren beschlossen, nur noch Aufträge mit einer Marge von mindestens 50 Prozent anzunehmen. Dies werde im Sonderwerkzeugbau allgemein für überzogen gehalten.Auch seien zum Jahreswechsel zwei Maschinen nach China geschafft worden, weil es für sie in Lichtenau angeblich keine Arbeit mehr gibt. Konzepte und Aussagen zu den Zukunftsaussichten, wie sie der Betriebsrat gefordert habe, seien stets abgelehnt worden.

Werksschließung trifft regionalen Arbeitsmarkt hart

Die IG Metall geht davon aus, dass die Werksschließung den regionalen Arbeitsmarkt hart treffen wird. Kennametal hatte den Werkzeughersteller Widia Heinlein in Lichtenau im Jahr 2002 gekauft. Damals sei das Werk bei der Herstellung von Werkzeug zur Bearbeitung von Kurbelwellen Weltmarktführer gewesen, hieß es von seiten der Gewerkschaft.