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130 Millionen: Brose knüpft Investitionen an Bedingungen | BR24

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Der Automobilzulieferer Brose plant an seinem Stammsitz in Coburg eine Investition von rund 130 Millionen Euro.

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130 Millionen: Brose knüpft Investitionen an Bedingungen

Der Automobilzulieferer Brose plant an seinem Stammsitz in Coburg mit dem "Masterplan Brose 2030" eine Investition von rund 130 Millionen Euro. Doch das Unternehmen knüpft dies an Bedingungen – wie zum Beispiel den Ausbau der B4.

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Von
  • Andi Ebert

Wenn der Coburger Stadtrat heute tagt, geht es auch um Macht und viel Geld. Einer der größten Arbeitgeber der Stadt, der Automobilzulieferer Brose, möchte seinen Standort ausbauen und zukunftssicher machen, doch er erwartet auch ein Entgegenkommen der Stadt. Das Gremium tagt auf Grund der Corona-Pandemie als Krisensenat, mit nur neun Mitgliedern.

Neubauten zahlt Brose, Altlasten die Stadt

Aktuell plant Brose im Coburger Süden rund um das bestehende Firmengelände unter anderem ein Logistikzentrum, ein Entwicklungsgebäude und ein Parkhaus zu errichten. Das Unternehmen knüpft das Bauvorhaben nach BR-Informationen allerdings an konkrete Forderungen. So solle sich die Stadt Coburg an den Kosten der Altlastenbeseitigung auf den Grundstücken beteiligen, beziehungsweise diese im besten Fall komplett übernehmen. Bauexperten gehen von einem zweistelligen Millionenbetrag aus, den die Stadt aufbringen müsste. Doch erst nach einem Erdaushub könnten die genauen Kosten konkreter geschätzt werden, weil sich auf dem Areal früher unter anderem eine Tankstelle befand.

Straßenausbau: Politischer Druck auf die Stadtverwaltung

Brose knüpft die Millioneninvestition an eine weitere Voraussetzung: Die Stadtautobahn (B4) im Bereich Weichengereuth soll für das Logistikzentrum vierspurig ausgebaut werden. Dies hatte der Coburger Stadtrat allerdings bereits im vergangenen Jahr abgelehnt. Nach BR-Informationen hat sich der Vorsitzende der Brose Gesellschafterversammlung, Michael Stoschek, auch an Bayerns Ministerpräsident, Markus Söder (CSU), gewandt. In dem Schreiben fordern Stoschek und weitere CSU Politiker, unter anderem Coburgs Landrat Sebastian Straubel und der Landtagsabgeordnete Martin Mittag, Unterstützung des Ministerpräsidenten. Söder solle "ein geeignetes Signal der höchsten Instanz im Freistaat Bayern an die Spitze der Coburger Stadtverwaltung" senden, um dort eine andere Bewertung anzustoßen.

Staatsregierung blickt nach Coburg

In einem Brief von Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) wird deutlich, dass die Entscheidung des Coburger Stadtrats im vergangenen Jahr, die Stadtautobahn nicht vierspurig auszubauen, bei der Bayerischen Staatsregierung auf Unverständnis gestoßen war. Die Staatsregierung hatte demnach nach der Stadtratsentscheidung mitgeteilt, die Bedeutung des Ausbauprojektes für die ansässigen Betriebe zu kennen. Aus dem Verkehrsministerium hieß es, dass man die Ablehnung des Stadtrats fachlich nicht teile und nicht nachvollziehen könne. Brose hatte die Ablehnung des Ausbaus der B4 im vergangenen Jahr als "gravierenden Rückschlag" für den Wirtschaftsstandort Coburg bezeichnet.

Brose macht Druck

Das Thema B4-Ausbau haben die Stadträte jetzt durch die geplante Investition der Firma Brose indirekt erneut auf dem Tisch. Sie sollen den Projektplänen der Firma Brose zustimmen, doch ohne B4-Ausbau will Brose seine Investition in Coburg nicht tätigen und auf einen anderen Brose Standort, wie beispielsweise Bamberg ausweichen. Das Unternehmen drückt auch beim Zeitplan aufs Gaspedal: bereits in den kommenden Wochen sollen die ersten Verträge zwischen Stadt und Brose unterzeichnet werden, um die Investition in Coburg nicht zu gefährden.

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