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Die wegen Mordes angeklagte Gabriele P. (M) wird am 13.02.2017 von Polizisten in einen Saal im Landgericht in München geführt.

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12 Jahre, 6 Monate Haft wegen Totschlags

Das Landgericht München hat am Mittag das Urteil im sogenannten "Kreissägenmordprozess" gefällt. Die 32-jährige Angeklagte wurde wegen Totschlages zu 12 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt.

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Die Tat hat sich schon 2008 ereignet, doch erst im vergangenen Jahr kam sie ans Licht: Beim Liebesspiel hat eine Studentin ihren Freund mit einer Kreissäge getötet. Als Beweismittel galten unter anderem Aufzeichnungen der Studentin, die diese zwei Jahre nach der Tat angefertigt hatte. Darin schilderte sie das Verbrechen. Ihr Freund sei dabei ans Bett gefesselt gewesen. Weil er eine zugeklebte Taucherbrille trug, konnte er nichts sehen.

Vor allem lebte die damalige Pädagogik-Studentin von einem Erbe, von dem zuletzt nicht viel übrig war. Sie gründete eine Wohngemeinschaft mit wechselnden Mitbewohnern - unter anderem gehörte dazu auch der Mann, den sie später tötete.

Gefesselt und geköpft

Mit einer Handkreissäge, so die Staatsanwaltschaft, attackierte die Verurteilte ihn und trennte ihm - wohl als er nach den heftigen Schnitten schon tot war - den Kopf ab.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten die beiden immer wieder Fesselspiele im Bett veranstaltet. Das Opfer sei darum vollkommen arglos gewesen. Als Motiv wird eine unglückliche Beziehung vermutet. Die Frau hat sich oft mit ihrem Lebensgefährten gestritten. Auch am Tag vor der Tat war es zu einem heftigen Streit gekommen, in dessen Verlauf die Frau ihren Freund aus der WG warf. Sie habe sich dann, so die Staatsanwaltschaft, zum Schein mit ihm versöhnt und sogar mit ihm geschlafen und ihn danach umgebracht.

Noch monatelang soll der Tote im Dachgeschoss des Hauses, in dem noch andere Mitbewohner lebten, gelegen haben - bis die Angeklagte im Sommer 2009 in den Urlaub fuhr und ihr nächster Freund im Haus blieb.

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