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100 Tage im Amt: Schwerer Start für Landrat Roland Grillmeier | BR24

© BR/Anne Axmann

So hart wie ihn hat die Corona-Krise wohl keinen getroffen: Roland Grillmeier, den neuen Landrat des Landkreises Tirschenreuth. Kurz nach der Wahl wurde in seiner Heimatstadt Mitterteich eine Ausgangssperre verhängt

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100 Tage im Amt: Schwerer Start für Landrat Roland Grillmeier

So hart wie ihn hat die Corona-Krise wohl keinen getroffen: Roland Grillmeier, den neuen Landrat des Landkreises Tirschenreuth. Kurz nach der Wahl wurde in seiner Heimatstadt Mitterteich eine Ausgangssperre verhängt - die erste in Deutschland.

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Der CSU-Kommunalpolitiker Roland Grillmeier war 18 Jahre lang Bürgermeister von Mitterteich, bevor er im März zum neuen Landrat im Landkreis Tirschenreuth gewählt wurde. Er hatte das neue Amt noch gar nicht angetreten, da wurden seine Heimatstadt und sein Landkreis mit voller Wucht von der Corona-Pandemie erwischt. Drei Tage nach der Kommunalwahl wurde über Mitterteich eine Ausgangssperre verhängt: als erste Stadt in Deutschland. Denn nirgendwo im Land gab es so viele Corona-Infektionen wie hier.

Corona-Brennpunkt Tirschenreuth

Die Corona-Zahlen waren sprunghaft angestiegen: Mitterteich und der Landkreis Tirschenreuth wurden im Frühling zum neuen Corona-Brennpunkt. Grillmeier saß von Beginn an im Krisenstab des Landkreises.

Seit 1. Mai ist Grillmeier Landrat von Tirschenreuth, 100 Tage ist er bereits im Amt. Er selbst sagt zum BR, dass das "Corona-Loch" eine sehr einschneidende Zeit für ihn war. "Es war schon eine Herausforderung für den Landkreis - natürlich auch persönlich", so Grillmeier.

Grillmeier als Krisenmanager

Holger Schädel, Leiter des BRK-Tirschenreuth schätzt den Landrat: "Ich habe ihn kennengelernt als Menschen, der mitten in der Krise das Amt übernommen hat und mit seinen Aktionen dafür gesorgt hat, dass die Krise, die gerade am Auslaufen war, auch gut gemanagt werden konnte." Der Leiter des BRK-Tirschenreuth und seine Mannschaft waren im Dauereinsatz. Obwohl das Personal aufgestockt wurde, waren manche sieben Tage die Woche im Einsatz, von März bis in den Frühsommer.

Roland Grillmeier zeigt sich immer noch beeindruckt von deren Motivation: "Ich glaube, die öffentliche Verwaltung, der öffentliche Dienst konnte sich neu präsentieren, konnte die Krise neu managen. Und man hat gemerkt, dass man sich auf die Leute verlassen kann, die hier mit anpacken. So kennt man den öffentlichen Dienst oft nicht. Man denkt: um vier Uhr ist Schluss. Aber das war ganz anders."

Opposition wünscht sich mehr Offenheit

Es gibt aber Stimmen, die das Vorgehen des Landrats auch kritisch sehen. Vor allem die Informationspolitik im Zusammenhang mit den Corona-Infektionen wird kritisiert. Bürger und Presse wünschen sich, dass die Infektionszahlen für die jeweiligen Kommunen konkret beziffert werden und nicht nur auf Landkreisebene bekanntgegeben werden. Insgesamt sind im Landkreis Tirschenreuth 138 Menschen an und mit Covid19 verstorben.

Auch die Opposition im Landkreis wünscht sich mehr Offenheit vom neuen Landrat. "Wir würden uns wünschen, es gelten zu lassen, dass man manchmal einfach nachfragt, auch wenn's unbequem wird, und dass dieses Nachfragen nicht als Majestätsbeleidigung ausgelegt wird", sagt Uli Roth, Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion im Landkreis Tirschenreuth.

Die CSU bildet mit der Liste Zukunft Tirschenreuth die absolute Mehrheit im Kreistag. Nicht nur Roth ist gespannt, wie es weitergeht: "Wir versuchen da einen Kontrapunkt zu setzen gegen eine CSU-Übermacht. Man sagt, sie können jetzt durchregieren, und das merkt man auch."

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