BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Zehn Jahre Haft nach Mordversuch an Richtern und Staatsanwalt | BR24

© picture-alliance/dpa

Doppelte Haftstrafe: Zehn Jahre Gefängnis nach Mordversuch im Gericht

2
Per Mail sharen
Teilen

    Zehn Jahre Haft nach Mordversuch an Richtern und Staatsanwalt

    Aus Wut über seine Haftstrafe hatte ein 26-Jähriger versucht, noch während der Urteilsverkündung die fünf Richter und den Staatsanwalt zu erschießen. Jetzt warten auf ihn fast 23 Jahre Haft.

    2
    Per Mail sharen
    Teilen

    Wegen versuchten Mordes an fünf Richtern und einem Staatsanwalt hat das Landgericht Augsburg am Mittwoch einen 26 Jahre alten Mann schuldig gesprochen. Bei der Urteilsverkündung in einem Prozess im Jahr 2017 war der Mann ausgerastet, hatte um sich gespuckt, einen Schuh nach dem Staatsanwalt geworfen und schließlich nach der Pistole eines Polizisten gegriffen. Damit wollte er die Vertreter der Justiz erschießen, wie er später freimütig zugab. Für diesen Vorsatz erhielt er nach Angaben eines Gerichtssprechers nun eine Haftstrafe von zehn Jahren; das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

    Zwei Mal versuchter Mord: Insgesamt fast 23 Jahre Haft

    Hinzu kommen noch einmal knapp 13 Jahre Haft, zu denen der Mann vor zwei Jahren ebenfalls wegen versuchten Mordes verurteilt worden war. Der mutmaßliche Syrer, der von sich selbst behauptet, Palästinenser zu sein, hatte in einer Asylbewerberunterkunft im oberbayerischen Hurlach einem schlafenden Mitbewohner in den Hals gestochen, weil dieser nach Meinung des 26-Jährigen den Islam beleidigt hatte. Das Opfer überlebte den zwölf Zentimeter tiefen Stich nur dank einer Notoperation. "Es ist damit zu rechen, dass der das alles absitzt", sagte der Gerichtssprecher mit Blick auf die sonst häufige Haftverkürzung nach etwa zwei Dritteln der Strafdauer. Was danach passiert, ist unklar. Eine Abschiebung ist nach jetzigem Stand unwahrscheinlich, da die Staatsangehörigkeit nicht geklärt ist.