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1.Mai-Kundgebung: DBG fordert sichere Zukunft und saubere Umwelt | BR24

© Rika Dechant/BR

DGB-Kundgebung zum 1. Mai in Nürnberg

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1.Mai-Kundgebung: DBG fordert sichere Zukunft und saubere Umwelt

In seiner Rede auf dem Nürnberger Kornmarkt forderte IG Metall Bezirksleiter Johann Horn, dass der "tiefgreifende Wandel" nicht "dem freien Spiel der Marktwirtschaft" überlassen werden dürfe. Dies gefährde die Existenz der Arbeitnehmer.

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In Nürnberg rief der DGB zu seiner traditionellen Kundgebung vor dem Gewerkschaftshaus am Kornmarkt auf. Hauptredner war Johann Horn, IG Metall-Bezirksleiter. Der Tag der Arbeit steht unter dem Motto "Europa. Jetzt aber richtig!" Rund 4.500 Menschen nahmen laut Polizeiangaben an der Kundgebung in Nürnberg teil.

Gesellschaft im Wandel

In seiner Mairede machte John klar, die IG Metall trete für einen sozialen und ökologischen Wandel ein. Der wirtschaftliche Wandel dürfe jedoch nicht über die Beschäftigten hinwegrollen, sondern könne nur gemeinsam mit ihnen erfolgreich gestaltet werden.

"Aus technologischem Fortschritt muss auch sozialer Fortschritt werden. Denn die Beschäftigten mit ihrer Muskelkraft und ihrem Hirnschmalz sind die wahren Verantwortlichen dafür, dass Werte geschaffen werden. Wer den tiefgreifenden Wandel dem freien Spiel der Marktwirtschaft überlassen will, der gefährdet die Existenzgrundlage von Millionen Arbeitnehmern und ihren Familien." Johann Horn, Bezirksleiter IG Metall Bayern

Abbau der Rechte von Arbeitnehmern

Horn mahnte, dass sich die Gesellschaft derzeit in einer Vertrauenskrise befinde, die auch die Wirtschaft betrifft. Den Arbeitgebern wirft Horn dabei vor, nur "alte Rezepte hervorzukramen, statt die neue Arbeitswelt gemeinsam mit den Beschäftigten zu gestalten." Ziel der Arbeitgeber sei es, Rechte der Beschäftigten weiter abzubauen.

Mit Blick auf die Europawahlen am 26. Mai unterstrich Horn, dass auch die anderen EU-Länder vor den gleichen Herausforderungen stehen: "Deshalb brauchen wir ein starkes und soziales Europa. Kein Europa der Bürokraten, sondern der Bürger." Dabei plädierte Horn für europäische Tarifverträge, um gleiche Arbeitsbedingungen sicherzustellen und Abwärtsspiralen durch konkurrierende Standorte zu verhindern.

Sinkende Einkommen und Anwachsen von prekärer Beschäftigung

Der Geschäftsführer des DGB Mittelfranken, Stephan Doll, warnte vor dem Rückgang der Tarifbindung und dem damit sinkenden Pro-Kopf-Einkommen. Das verfügbare Einkommen sei seit dem Jahr 2000 in Fürth um 1,9 Prozent, in Nürnberg um 3,5 Prozent und in Ansbach um 6,3 Prozent gesunken.

"Nur noch 25,8 Prozent der bayerischen Betriebe sind tarifgebunden. Das betrifft 53,4 Prozent der Beschäftigten. Bayern ist damit Schlusslicht der westdeutschen Bundesländer." Stephan Doll, DGB Mittelfranken

Europäisches Handeln sei gefragt, so Doll. Er forderte starke Tarifverträge und armutsfeste Mindestlöhne in allen EU-Mitgliedsstaaten. Sozialer Frieden in Europa sei nur möglich durch europaweite Arbeits-, Sozial- und Umweltschutzstandards sowie die Wahrung von Arbeitnehmer- und Menschenrechten.

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1.Mai-Kundgebung in Nürnberg