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1. FC Nürnberg will sich klarer gegen Rechts abgrenzen | BR24

© Alexander Schuhmann / dpa

Der 1. FC Nürnberg verspricht, "noch akribischer" gegen Rechtsextremismus vorzugehen.

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1. FC Nürnberg will sich klarer gegen Rechts abgrenzen

Ein Banner vor dem Max-Morlock-Stadion, auf dem die Nordkurve um einen Neonazi trauert, sorgt für Kritik am Verhalten des 1. FC Nürnberg. Nun reagiert der Club und verspricht, "noch akribischer" gegen Rechtsextremismus vorzugehen.

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Mitte September stirbt der Club-Fan Christian K. bei einem Neonazi-Treffen in Thüringen an einem Herzinfarkt. Dass sein Tod ein Verlust für die bundesdeutsche Neonazi-Szene ist, zeigt sich an den Reaktionen seiner Kameraden aus der Szene.

Club-Fans entrollten Trauer-Transparent für führenden Neonazi

Auch im Max-Morlock-Stadion wird dem Toten gedacht: "Ruhe in Frieden, K. (Anm. der Redaktion: Name in Koseform) Nordkurve Nürnberg“ ist auf einem Transparent zu lesen. Christian K. galt in der 1.FCN-Fanszene als aktiver Unterstützer der "Ultras".

1. FC Nürnberg reagiert auf Vorwürfe

Der 1. FC Nürnberg gab zu den Vorhaltungen auf BR-Anfrage eine Stellungnahme ab. Demnach habe auch der Fanbeauftragte Jürgen Bergmann erst aus dem Kondolenzbuch für den Toten von dessen rechtsradikalen Tätigkeiten erfahren. Diese seien "für den FCN und seine Anhängerschaft" unvorstellbar gewesen, teilt die Pressestelle des "Club" mit. Als durch Medienberichte über Christian K. klar geworden sei, "dass diese Person in diesem Ausmaß rechtsradikal ist", habe der Verein die Transparent-Aktion umgehend öffentlich verurteilt.

Club will "noch akribischer" gegen Rechtsextremismus vorgehen

Auf die Frage, ob der Verein Aufklärungsarbeit betreiben wolle, wie weit der Verein möglicherweise vereinzelt von rechtsextremer Gesinnung verschiedener Aktiver beziehungsweise Partner wusste, kündigte der Club an, "künftig noch akribischer an einer Eliminierung dieser Ideologie aus unserem Umfeld des Vereins" zu arbeiten. Dabei sei man auf die Mithilfe der Fans angewiesen. Zugleich räumte der 1. FC Nürnberg ein, "dass Personen mit rechtsextremistischer Gesinnung noch nicht gänzlich aus unserer Kurve verbannt sind."

1. FC Nürnberg: Zusammenarbeit mit AfD-Politiker nicht verlängert

Zur Kritik von Fans an der Zusammenarbeit des 1. FC Nürnberg mit dem AfD-Politiker Roland Hübscher erklärt der Verein, Hübscher sei als sogenannter "Micro-Sponsor des FCN für die Saison 2020/21 zurückgewiesen worden. Der Club habe sich "nach Bekanntwerden der öffentlichen Tätigkeit für die AfD" zu diesem Schritt entschieden. Weiter teilt die Club-Pressestelle mit: "Der Kunde wurde blockiert und die Kommunikation mit ihm abgebrochen. Auf eine Veröffentlichung dieses Vorganges wurde von Seiten des FCN bewusst verzichtet, um einer Instrumentalisierung des Falles durch Roland Hübscher oder die AfD ("Opferrolle") vorzubeugen."

1 FCN verspricht eindeutige Positionierung gegen Rechts

Abschließend verspricht der "Club": Wir werden weiterhin eindeutig Position gegen eine rechtsradikale Ideologie beziehen und unsere Projekte gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, gegen Diskriminierung und Antisemitismus fortführen, um dieser Haltung Nachdruck zu verleihen.

© Bayern 2

Weil die Ultras Nürnberg auf einem Banner eines verstorbenen Nazis gedenken, steht die Fanszene rund um den 1. FCN vor einer Zerreißprobe. Der Verein distanziert sich von der Aktion.

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