1,6 Millionen Euro für Cannabis-Prävention an Bayerns Schulen.

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1,6 Millionen Euro für Cannabis-Prävention an Bayerns Schulen

1,6 Millionen Euro für Cannabis-Prävention an Bayerns Schulen

Angesichts der Ampel-Pläne zur Legalisierung von Cannabis plant Bayern eine große Aufklärungskampagne über die Gefahren der Droge an den Schulen. "Wir investieren da 1,6 Millionen", sagte Gesundheitsminister Holetschek nach einer Kabinettssitzung.

Das bayerische Kabinett hat ein groß angelegtes Modellprojekt zur Cannabis-Prävention an den Schulen im Freistaat beschlossen. "Wir investieren da 1,6 Millionen", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) nach der Kabinettssitzung. Die Kampagne laufe von November 2022 bis Ende 2024. Der CSU-Politiker betonte, Prävention sei "die richtige Antwort auf die Diskussion, die im Moment in Berlin geführt wird".

Im Koalitionsvertrag der Berliner Ampel ist vereinbart, eine "kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften" einzuführen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für das Gesetzgebungsverfahren.

Workshops für Schüler der 8. und 9. Klassen

Holetschek erläuterte, die Aufklärungs- und Präventionskampagne solle Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen ansprechen und pro Jahr 1.500 Schulklassen erreichen. Geplant seien Workshops mit extern geschulten Fachkräften, die über Suchtmittel allgemein, vor allem aber Cannabis, aufklären sollen. "Wir wollen das Risiko bewusst machen, wir wollen auch der Verharmlosung von Cannabis entgegenwirken", sagte der Minister. Laut Zahlen von 2019 konsumiere mehr als jeder fünfte Schüler in Bayern innerhalb eines Jahres Cannabis. Das zeige, dass Prävention wichtig sei.

Zugleich wiederholte Holetschek seine Kritik an einer möglichen Cannabis-Legalisierung. Er verstehe nicht, "warum man in Berlin diese Diskussion jetzt führt", betonte der CSU-Politiker. Die Ampel sei nicht mal in der Lage, eine Legalisierung rechtssicher zu begründen. Nach einer Analyse des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags würde eine Abgabe von Cannabis zu Genusszwecken gegen EU-Recht verstoßen.

Bayerns Gesundheitsminister Holetschek (CSU).

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Staatskanzlei: "Hochgefährliche Droge"

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sagte, bei der Kampagne solle es auch um Alkohol und Nikotin gehen, Cannabis werde aber einen besonderen Schwerpunkt bilden. Das Pilotprojekt richte sich dabei insbesondere an jene Altersgruppe, in der das Thema die "Schülerinnen und Schüler dann so langsam auch beschäftigt".

Cannabis ist laut Staatskanzlei gerade auch für Kinder und Jugendliche eine "hochgefährliche Droge", weil sie die Stimmung und Wahrnehmung deutlich verändere. Sie berge erhebliche gesundheitliche Gefahren und teils irreversible gesundheitliche und soziale Risiken, insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene. Cannabis-Konsum könne auch schulische Leistungen beeinträchtigen und führe zu häufigeren Schulabbrüchen, warnt die Staatsregierung.

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