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Handel mit USA Bayerische Wirtschaft fürchtet amerikanische Einfuhrzölle

Die bayerische Wirtschaft blickt mit wachsender Sorge auf die Abschottungspolitik von Donald Trump. Die USA sind Bayerns wichtigster Handelspartner. Einfuhrzölle erschweren diese Zusammenarbeit.

Von: Karsten Böhne

Stand: 13.03.2018

Donald Trump | Bild: dpa-Bildfunk

In eine tiefe Krise werden die Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium die bayerische Wirtschaft nicht stürzen. Denn beide Bereiche machen gerade einmal jeweils 0,1 Prozent der Exporte aus. Dennoch warnt die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft vor einem Dominoeffekt, der das gesamte System des freien Welthandels infrage stellt.

"Die Entscheidung der Trump-Administration ist ein Schlag gegen den freien Welthandel."

Bertram Brossardt, Vereinigung der bayerischen Wirtschaft

USA sind Bayerns wichtigster Exportmarkt

Auch der Bayerische Industrie- und Handelskammertag weist darauf hin, dass Zölle den Marktzugang in den USA erschweren. So gingen im vergangenen Jahr 11,2 Prozent der bayerischen Exporte dorthin. Insgesamt waren es 21,5 Milliarden Euro, fast fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Firmen werden kalt erwischt

Diese positive Entwicklung ist nun gefährdet. Bisher waren Zollschranken für die Firmen nicht das Hauptthema, heißt es bei der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern. Diese Unternehmen würden jetzt wohl kalt erwischt.

"Jedes Signal für mehr Protektionismus im Welthandel ist schädlich für die bayerische Wirtschaft. Die bayerische Industrie erwirtschaftet mehr als die Hälfte ihrer Umsätze im Export."

Eberhard Sasse, Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags.

Handwerk sieht Entwicklung gelassen - noch

Während die Industrie zittert, bleibt das Handwerk entspannt. Betroffen seien die Firmen dann, wenn Donald Trump seine Zölle auch auf andere Bereiche ausweite, wie die Autoindustrie, heißt es dort. Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft ruft die Donald Trump auf, die protektionistischen Tendenzen zu beenden. Man müsse die USA davon überzeugen, dass freier Handel allen zugute komme.

Amerikanische Wirtschaft profitiert von bayerischen Firmen

Bayerische Firmen beschäftigen in den USA 186.000 Menschen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von TwinEconomics im Auftrag der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft. Die Firmen tragen dabei rund 120 Milliarden Euro zum Produktionswert der US-Wirtschaft bei. So befindet zum Beispiel das weltweit größte Werk des Autobauers BMW im amerikanischen Spartanburg.


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Peter, Dienstag, 13.März, 12:26 Uhr

7. Tagesgespräch letzte Woche dazu

War recht interessant.

Also, manche der Anrufer.
Die Moderation und die "Fachleute" waren eher tendenziös.
Besonders der leidende Manager des Allgäuer Globaplayers.

Eine betriebswirtschaftliche Meisterleistung!
Ein Wunderprodukt!
Nur Stahl.
Keine Lohnkosten, keine Energiekosten und auch keine anderen Werkstoffe, nur der Stahl ist entscheidend.
Die Frage warum er überhaupt eine Zweigstelle in den USA hat hat natürlich keiner gestellt.
Vor diesem Wunderprodukt dachte ich ich würde mich mit Betriebswirtschaft auskennen, dem ist aber nicht so.
Ich dachte doch glatt wenn ich einen Standort auswähle hat er irgendwelche Vorteile.
Gutes Personal, günstige Kosten, staatliche Förderung etc...

Alles nix!

Ich will meine Studiengebühren zurück!

harrer, Dienstag, 13.März, 09:18 Uhr

6.

Das ist der richtige Weg! Dieses sinnlose umherfahren von Gütern auf den Weltmeeren , die ein Land eigentlich selber hat(Autos, Lebensmittel, Tiere,etc), muss eingeschränkt werden! Ist auch ganz gut für die Umwelt. Was muss Stahl von China nach USA oder sonst wohin gefahren werden, wenn Manns selber erzeugen kann.

  • Antwort von Truderinger, Dienstag, 13.März, 10:57 Uhr

    Und wo glauben Sie endet das? Haben Sie schon einmal gehört, dass es Länder gibt, die nicht über sämtliche Ressourcen auf eigenem Boden verfügen? Wieviele Ölfelder kennen Sie in Deutschland? Wieviele Bananenstauden? Glauben Sie, Handelskriege enden dort, wo der Umstieg auf heimische Produkte am einfachsten möglich wäre? Nein, Sie enden dort, wo es am meisten schmerzt! Auch Ihnen!

  • Antwort von Leo Bronstein, Dienstag, 13.März, 11:42 Uhr

    @ Truderinger

    "harrer" hat explizit von Stahl geschrieben, sowie die Staaten USA und China in dem Zusammenhang genannt.
    China ist die Nr. 1 was weltweite Förderung an Eisenerz betrifft und die USA an neunter Stelle.
    Somit trifft Ihr Argument bezüglich fehlender Resourcen in diesem Fall nicht im geringsten zu.

  • Antwort von Mani, Dienstag, 13.März, 12:15 Uhr

    Hauptsache ER gibt seinen Senf dazu....

  • Antwort von Blechmann13, Dienstag, 13.März, 13:25 Uhr

    Ja, Truderinger, von Waren und Rohstoffen, über die ein Land nicht verfügt, hat auch keiner gepsrochen!

    Aber warum muss Baumwolle, bis sie ein fertiges Endprodukt ist, um den Globus geschippert werden?
    Z.b. von Texas nach Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch (ca. 14000km), dort wird aus der Baumwolle ein weißes T-Shirt. Dann geht es weiter nach Deutschland, (7300km Luftlinie), insgesamt also etwa 21300km.

    Und das ist noch ein Beispiel für einen kurzen(!) Transportweg und relativ "leichter" Ware!

    mfg

M, Dienstag, 13.März, 08:38 Uhr

5. Was kann die Wirtschaft aus der Situation mit den USA lernen?

Sicher, dass Abgrenzung und Ausgrenzung auch zu wirtschaftlichen Problemen führen!

Logisch wäre es mit der CSU zu brechen, deren politische Konzepte - ähnlich Trump - darauf beruhen, Grenzen wieder zu errichten und andere Menschen herabzuwürdigen. Dies zeigt sich z.B. darin, dass Flüchtlinge anders behandelt werden, weil sie Geflüchtete sind (Beispiel Arbeitserlaubnis oder Schulbildung für Kinder) oder auch darin dass Österreicher anders behandelt werden sollen, weil sie Österreicher sind (siehe "Ausländermaut")!

Also Wirtschaft: Trennt Euch von denen, die meinen, Bayern kann irgendetwas besser, wenn es alleine steht - es tut Eurem eigenen Geschäft langfristig deutlich besser!

  • Antwort von Leo Bronstein, Dienstag, 13.März, 11:51 Uhr

    @ M
    >Also Wirtschaft: Trennt Euch von denen, die meinen, Bayern kann irgendetwas besser, wenn es alleine steht - es tut Eurem eigenen Geschäft langfristig deutlich besser!<

    Wenn Sie bereits so kluge Empfehlungen geben, so können Sie sicher auch erklären, warum sich Betriebe von nicht profitablen Produktionen, Sparten, ... trennen.
    Und wieso sollte was für Unternehmen als effektiv angesehen wird nicht auch für Staaten gelten?

    .
    >Logisch wäre es mit der CSU zu brechen, deren politische Konzepte - ähnlich Trump - darauf beruhen, Grenzen wieder zu errichten<

    Sollten dann Firmen auch nicht dagegen unternehmen, dass firmenfremde aufs Gelände kommen, Gegenstände mitnehmen, sich Wissen von bestimmten Produktionen aneignen, oder subventionierte Leistungen (Kantinenessen) in Anspruch nehmen, oder Ihren Firewall bei Ihren PC ausschalten?

    .
    >und andere Menschen herabzuwürdigen.<

    Würde Sie dafür auch noch Beweise liefern.

Wirtschaftspolitiker, Dienstag, 13.März, 08:33 Uhr

4.

So sieht rechte Wirtschaftspolitik also aus: Man droht sich gegenseitig mit Strafzöllen, um heimische, an sich konkurrenzunfähige Branchen zu subventionieren. Verlierer sind grundsätzlich beide Parteien und die jeweilige Bevölkerung in den Ländern. Nicht selten eskalieren solche wirtschaftliche Konflikte dann auch in militärischen. Trump beweist erneut, warum man rechtspopulistische Schreihälse niemals an die Macht lassen darf. Sie stellen ein Gefahr für die Menschheit dar.

  • Antwort von Selim, Dienstag, 13.März, 11:53 Uhr

    jaja, dieses Gespenst, dieses Märchen vom "vollkommenen Markt" hat man vielen Menschen ins Gehirn gepflanzt.

Blechmann13, Dienstag, 13.März, 07:39 Uhr

3. Ich frage mich immer...

bei solchen Berichten, was das ewige Jammern der Wirtschaft eigentlich soll....

Unabhängig von Trump, sollte man immer damit rechnen, dass in anderen Ländern, plötzlich andere "Sitten" herrschen können.

Und das jedes Land, oder die EU, direkt, oder auch indirekt seine "Märkte" schützt (z.B. durch Subventionen) ist auch nichts Neues.
Man möchte immer nur die Vorteile (sehen), blendet aber evtl.Nachteile konsequent aus.

Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass dies nur der Anfang war.
"Strafzölle" auf Fahrzeuge werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls kommen.
Hr. Trump scheren diplomatische "Unstimmigkeiten" wenig, dass hat bereits mehrfach bewiesen.

Solange es Vorteile für die US-Wirtschaft bringt, wird er jeden Erlass (versuchen) durchzusetzen.
Entrüstungen aus einer wenig einigen EU, werden ihm da keine schlaflose Nächte bereiten...im Gegenteil, "Reaktionen" seitens der EU, werden ihm nur die Steilvorlage liefern, weitere "Maßnahmen" durchzusetzen.

mfg

  • Antwort von Truderinger, Dienstag, 13.März, 10:10 Uhr

    Handelskriege sind nur die erste Eskalationsstufe dessen, was man erntet, wenn man Nationalisten wählt! Darum müssen wir diese Typen in Europa stoppen! Erst bekämpfen sie gemeinsam die Demokratie und dann sich gegenseitig!

  • Antwort von thorie, Dienstag, 13.März, 11:11 Uhr

    @truderinger
    Fiel es Dir sehr schwer, im obigen Post nicht die AfD zu nennen? :)

  • Antwort von Truderinger, Dienstag, 13.März, 11:48 Uhr

    nö thorie, denn diese "Typen" versuchen ja überall in Europa die EU und damit 80 Jahre Frieden in Europa zu vernichten. Bei uns heißen sie halt AfD:-D

  • Antwort von Leo Bronstein, Dienstag, 13.März, 11:56 Uhr

    @ Truderinger
    >Handelskriege sind nur die erste Eskalationsstufe dessen, was man erntet, wenn man Nationalisten wählt!<
    .
    Ist das also der Grund, warum die EU seit Jahren mindestens doppelt so Zölle bei Importen im Durchschnitt erhebt, wie die USA
    und viermal so hohe Zölle bei Autos sogar?

  • Antwort von Blechmann13, Dienstag, 13.März, 13:41 Uhr

    @Truderinger

    Bestell dir mal etwas aus Amerika, oder einem andern Nicht-EU Land, dann wirst du Ruck-Zuck feststellen, das auch abzüglich Frachtkosten, MwSt, und evtl. Währungstausch, der Einfuhr-Zoll fast immer das entscheidende Kriterium ist, es dann doch sein zu lassen und bei einem Land innerhalb Deutschlands, oder der EU zu bestellen.
    Ich habe das bisher nur ein Handvoll mal gemacht, z.B. bei Auto-Lautsprechern, die a) hier nicht zu bekommen waren, und b) doch tatsächlich auch mit dem "Aufschlag" günstiger waren als im Inland.
    Das ist jedoch die Ausnahme!

    Freier Handel?
    Den gibt es nicht, und wenn, dann vielleicht für die "Großen", die darin natürlich ungeahnte Profitspannen wittern, da es immer nach Devise geht:
    "Billig einkaufen/produzieren und teuer verkaufen".
    Völlig egal, ob das Menschen, oder der Umwelt schadet, Hauptsache der Gewinn stimmt am Ende...

    So gesehen, wird Hr. Trump vielleicht noch zu einem wahren Umwelt-Hüter (^^)

    mfg