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Internet der Dinge Bauplan für Zombies veröffentlicht

Das IoT (Internet of Things) besteht aus billigen, schlampig gewarteten Netzgeräten. Ein Biotop für digitales Ungeziefer. Und jetzt hat auch noch jemand öffentlich einen neuen Infektionsweg aufgezeigt. Von Achim Killer

Von: Achim Killer

Stand: 03.01.2018

Zombie-Maske | Bild: picture-alliance/dpa

Ein Kinderspiel, das smart Home zum Rotieren zu bringen, den Home-Router zum Einfallstor für Krypto-Trojaner zu machen und das Babyphone zum Zombie! Die IT-Sicherheitsfirma Checkpoint sieht bereits Script-Kiddies an Zombie-Netzen basteln, also IoT-Geräte mit Schad-Software infizieren und vernetzen.

Anleitung steht im Netz

Der Grund der Aufregung: Jemand hat eine Anleitung ins öffentlich zugängliche Web gestellt, wie man Schwachstellen in solchen Geräten ausnutzt. Exploit nennt man diesen - den anspruchsvollsten - Teil eines digitalen Schädlings. Sowas zu schreiben, verlangt sehr viel kriminelle Intelligenz.

Bots per Copy and Paste

Aber zumindest den jetzt auf Pastebin veröffentlichten Exploit für Geräte des Herstellers Huawei könnten künftig auch minderjährige Script-Kiddies nutzen. Eine andere Gruppe, mit der man in Zukunft wohl rechnen muss, sind „Copy-Paste-Botnet-Masters“ – wie Checkpoint sie nennt - Kriminelle ohne technisches Know-how, die Schad-Software schreiben wie weiland der Freiherr zu Guttenberg seine Dissertation.

Das Mirai-Botnet

Schadsoftware im Internet der Dinge hat erstmals vor gut einem Jahr auf sich aufmerksam gemacht – in Form des Mirai-Botnets. Es hatte damals mit gewaltiger Rechenleistung die Web-Site des IT-Journalisten Brian Krebs attackiert. Aus bis zu 3 Millionen Zombies soll es zwischenzeitlich bestanden haben.

Script-Kiddies

Schon einmal, um die Jahrtausendwende herum, hatten Script-Kiddies das Netz unsicher gemacht und Epidemien durch Computer-Würmer mit Blaster oder Slammer im Namen ausgelöst. Damals hielt Microsoft, das um seinen guten Ruf fürchtete, die Software-Produktion an und stellte auf sichere Programmiertechniken um. Derartiges ist heute nicht in Sicht.


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RM, Donnerstag, 04.Januar, 08:05 Uhr

1. Englische Dörfer

Ich verstehe gar nichts.
Man muss schon in der Krypto-Welt zu Hause sein, um zu wissen, was die Wörter bedeuten. Da hätte ich mir ein paar Erklärungen gewünscht.

  • Antwort von Albert, Donnerstag, 04.Januar, 17:01 Uhr

    Was verstehen sie nicht?

    Aber machen sie sich nichts draus, vor knapp 120 Jahren hätte Edison mit diesen Begriffen auch nichts anfangen können und uns wird es die nächsten Jahrzehnte genauso gehen.

    Aber im Bericht geht es haultsächlich darum, dass mit immer weniger Fachkenntnis quasi jedermann oder Kinder im Baukastenprinzip sich Schadsoftware zusammen basteln können. Die Onlinewelt wird damit immer bedrohlicher und damit gilt um so mehr: alles unverlangt auf den Nutzer einwirkende erst einmal ablehnen bzw. erst nachrecherchieren.