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Glasfaserausbau Aus für Vectoring-Förderung

Schnelles Internet bis 2018 - dieses Ziel der alten Bundesregierung wird wohl kaum mehr zu erreichen sein. Die neue Regierung setzt sich nun ein neues Ziel - und streicht dafür die staatliche Förderung der Kupferkabeltechnologie Vectoring.

Von: Stefanie Ritter

Stand: 08.03.2018

ARCHIV - ARCHIV - 23.11.2016, Sachsen, Limbach-Oberfrohna: Eine Frau hält ein Kabelbündel aus Glasfaserkabeln vor einer sogenannten Speedpipe (Leerrohr) für ein Glasfasernetzwerk. (zu dpa "Deutschland spielt Digitalisierung nicht in der Champions League" vom 06.03.2018) Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Jan Woitas

In ländlichen Regionen hat meist nur jeder Dritte Zugriff auf einen Internetanschluss mit Übertragungsraten von 50 MBit pro Sekunde. Bis Ende 2018 sollte das jedoch eigentlich jeder haben - so versprach es Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung zum Start in die zweite Große Koaltition. Bei der Umsetzung setzte Alexander Dobrindt neben Glasfaserausbau auch auf die Brückentechnologie Vectoring. So kann aus herkömmlichen Kupferkabeln kurzfristig mehr rausgeholt werden.

Neue Strategie im Glasfaserausbau

Zielführend war das jedoch offenbar nicht. Daher wird die künftige Bundesregierung eine neue Strategie fahren, wie der designierte Kanzleramtschef Helge Braun in einem ZDF-Interview gestern bekannt gab. In der neuen GroKo wird ausschließlich auf die Förderung reiner Glasfaserprojekte gesetzt. "Auf alter Technologiebasis weiterzuarbeiten, das halten wir nicht für richtig.", so Braun.

Glasfaser in Deutschland flächendeckend bis 2025

Ein konkretes Ziel hat er auch schon parat: Glasfaser überall in Deutschland bis 2025. Ein Versprechen dessen Deadline nicht mehr in der Legislaturperiode der neuen Bundesregierung liegt. Es gebe aber auch Ziele, die noch in der kommenden Amtszeit erreicht werden sollen, betonte Helge Braun. So soll der Glasfaserausbau an Schulen bereits im Jahre 2021 abgeschlossen sein. Außerdem sollen Bürger künftig einen Rechtsanspruch auf schnelles Internet haben. Sie könnten ihren Anspruch dann zum Beispiel über eine Klage bei der Bundesnetzagentur gültig machen können. Anbieter wie die Telekom wären dann verpflichtet dem Klagenden Glasfaser zur Verfügung zu stellen.


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Nic, Freitag, 09.März, 17:00 Uhr

3. Falsche Ziele

Das Vectoring hat wenigstens einigen Glücklichen eine relativ schnelle Internetverbindung ermöglicht, die für die meisten Privathaushalte ausreichend wäre. Auf die Glasfaserkabel wartet man nun bis auf den Sankt Nimmerleinstag. Auch hätte man schon längst das abgehängte Umland mit Funkverbindungen / LTE ausstatten können, das geschieht auch nicht. Stattdessen gibt man unereichbare Ziele wie 100 MB/s als Übertragungsgeschwindigkeit für alle aus, wozu eigentlich wenn die meisten schon froh wären keine Funklöcher und wenigstens 10 MB/s vorzufinden. Das ist Typisch Deutschland, dem Bürger Aktionismus vorzugauckeln aber dann die großspurigen Ankündigungen regelmässig zu verschlafen um dabei eine Menge Steuergeld zu verbrennen.

  • Antwort von Michael, Mittwoch, 14.März, 09:57 Uhr

    Wollte kurz was beifügen:

    Du hast was von 100MB/s geschrieben. Das ist ein wenig falsch. Es geht um Mbit/s. Eine 100Mbit/s Leitung wäre umgerechnet ca. eine 12,5MB/s Leitung, also Mbit/s / 8 = MB/s.

    Wollte nur mal kurz Informieren :)

Squareman, Donnerstag, 08.März, 17:50 Uhr

2. Ziele die man nicht erreicht

Das ist ja auch wieder so eine Dobrinth Pleite. Der beste Mann der CSU in Berlin, der Mann der nie scheitert. Für sein Nichtstun ist er auch noch fürstlich entlohnt worden, von den Pensionsansprüchen mal ganz zu schweigen. Das eine Ziel nicht erreicht, macht nichts, nehmen wir uns das nächste Ziel vor. Ob das dann erreicht wird steht in den Sternen.

Rimrock, Donnerstag, 08.März, 17:27 Uhr

1. Und 2025 sind wir nicht mehr da,

dann setzen wir uns eben wieder neue Ziele. So ähnlich wie mit der Fertigstellung von BER oder S21 oder ....

Kann jemand auch mal was versprechen, das man halten kann?

  • Antwort von Casper, Freitag, 09.März, 00:01 Uhr

    Ja - mmer, immer wieder geht die Sonne auf.