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Gutachten sorgt für Unmut Apotheker haben Angst vor Milliarden-Kürzung

In vielen deutschen Apotheken herrscht derzeit die Sorge, dass die Einnahmen bald deutlich sinken könnten. Denn ein Gutachten des Bundeswirtschaftsministeriums kommt zu dem Ergebnis, viele Leistungen der Apotheker seien überbezahlt. Das Gutachten ist zwar noch nicht offiziell veröffentlicht – es sorgt dennoch für viel Ärger.

Von: Nikolaus Nützel

Stand: 07.12.2017

Apotheke | Bild: Ole Spata/dpa-Bildfunk

Das Geld, das Apotheker für die Abgabe von Arzneien bekommen, soll dem damit verbundenen Aufwand entsprechen.

Eine Milliarde zuviel

Gemessen daran sei das Honorar von 8,35 Euro je rezeptpflichtiger Packung aber um rund ein Drittel zu hoch, so soll es in einem Gutachten im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums stehen. Andere Aufgaben, wie etwa Nachtdienste oder die Herstellung von Rezepturen, seien zu schlecht bezahlt, heißt es – in der Summe aber bekämen die Apotheker jährlich rund eine Milliarde Euro mehr als ihnen zusteht.

Die gesetzlichen Krankenkassen erklären, es zeichne sich zwar ab, dass für Apotheken auf dem Land an einigen Stellen noch etwas getan werden könne. Doch bei Apotheken in Ballungsgebieten dürfte es erhebliche Einspar-Reserven geben, heißt es von den Kassen.

Apotheker sind sauer

Die Apothekerverbände sind gleichzeitig ausgesprochen verärgert, dass erste Zahlen durchgesickert sind, obwohl das Gutachten offiziell noch nicht vorliegt. Man könne deshalb keine offiziellen Gegenargumente vorbringen, ärgert sich der Apotheker-Dachverband ABDA. Die bereits bekannt gewordenen Zahlen nennt der Verband "völlig realitätsfremd" und kündigt entschiedenen Widerstand gegen mögliche Kürzungen an.


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Don Camillo , Freitag, 08.Dezember, 00:11 Uhr

4. Geldgierige Porschefahrer und Egoisten.

Hier sind alle Egoisten. Der einzige, der an mich denkt, bin ich.

Squareman, Donnerstag, 07.Dezember, 10:54 Uhr

3. Apothekendichte

Die Apothekendichte in Deutschland ist einfach zu hoch. Inzwischen hat jedes Kuhkaff eine Apotheke. Jede Kleinstadt hat mindestens ein Dutzend usw. Konkurrenz gibt es trotzdem nicht. Die Preise in Deutschland sind zu hoch, aber das ist ja politisch gewollt. Bezahlen darf das ganze der Bürger. Beratung gibt es trotzdem kaum, man will nur verkaufen.

  • Antwort von latte e mielle, Donnerstag, 07.Dezember, 11:09 Uhr

    @squareman

    6 (sechs) apotheken auf 400 mtr!!!!!

    kein scherz!!!

Harald, Donnerstag, 07.Dezember, 08:34 Uhr

2. Schön ...

... dass wieder eine andere Sau durchs Dorf getrieben wird. Überall wird erzählt, dass die Gesundheit das Wichtigste im Leben ist. Dazu gehört aber auch das Erhalten und das Wiedererlangen der Gesundheit u.a. in Form von Versorgung mit Arzneimitteln. Mit dem Arzneimittelpreis wird schließlich auch die Ausbildung der Angestellten bezahlt.
Das Ganze passt genau zur Lebensmittelversorgung. Mit der Geiz-ist-geil-Mentalität wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten kräftig dafür gesorgt, dass die kleinen Läden in der Ortsmitte aussterben, dafür die großen Discounter draußen am Ortsrand wie Pilze aus dem Boden schießen. Damit einher geht der Autoverkehr, weil der Weg zum Einkaufen ohne Auto zu weit wird, wenns keine Nahversorger mehr gibt. Und wenn man schon mal drin hockt, geht man auch nicht mehr in die anderen Läden in der Nähe, sondern nur noch draußen im Gewerbegebiet.
Und dann ist das Gejammer wieder groß, dass die Läden im Zentrum wegen zu wenig Umsatz dicht machen müssen.

  • Antwort von latte e mielle, Donnerstag, 07.Dezember, 11:00 Uhr

    apotheken und handyshops reihen sich derweil aneinander wie die perlen am rosenkranz.



  • Antwort von Squareman, Donnerstag, 07.Dezember, 11:02 Uhr

    Ich kann mich noch an Zeiten erinnern da gab es wesentlich weniger Apotheken und wir haben trotzdem überlebt, vielleicht gerade deswegen. Heute hat jedes kleine Dorf eine Apotheke und jede kleinere Stadt ein Dutzend. Konkurrenz gibt es trotzdem nicht. Beratung ebenfalls so gut wie nicht. Aber im Jammern sind die Apotheker gut, sei es nun die Versandapotheken oder weil man feststellt die Apotheken werden bei gewissen Leistungen zu gut bezahlt.

  • Antwort von latte e mielle , Donnerstag, 07.Dezember, 12:01 Uhr

    jährlich bin ich etliche male in den niederlanden unterwegs.
    hier sind die preise für medikamente erheblich niedriger.
    beispiel:paracetamol 500 mg 50er pack. 0,99€!!!!!

AGKV, Donnerstag, 07.Dezember, 07:07 Uhr

1. An der Pharmaindustrie

hat sich noch jeder Gesundheitsminister die Zähne ausgebissen. Die Lobbyisten werden das schon weichkochen.