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Antisemitismus in Bayern Meiste antisemitische Straftaten in Oberbayern

Die Zahl der antisemitischen Straftaten in Bayern ist im vergangenen Jahr zwar leicht zurückgegangen, blieb im Zehnjahresvergleich aber weiter auf hohem Niveau. Das geht aus einer parlamentarischen Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervor.

Stand: 31.05.2018

Eingeworfenes Fenster mit einem Davidstern darauf | Bild: picture-alliance/dpa

Die meisten, nämlich knapp die Hälfte der 148 Straftaten gegen Juden oder jüdische Einrichtungen ereigneten sich im vergangenen Jahr in Oberbayern - die wenigsten Vorfälle gab es in der Oberpfalz. Überwiegend ging es dabei es um Volksverhetzung, Sachbeschädigung oder sogenannte "Propagandadelikte" wie das Zurschaustellen von Hakenkreuzen.

Niedrige Aufklärungsquote "beschämend"

Bei den ermittelten Tätern oder Tatverdächtigen handelte es sich mehrheitlich um Männer mit deutscher Staatsangehörigkeit, allerdings wurde nur in 14 Verfahren Anklage erhoben. Die übrigen Verfahren wurden meist eingestellt - entweder weil kein Verdächtiger zu ermitteln war oder weil die Beschuldigten noch nicht strafmündig waren.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze nannte die seit Jahren niedrige Aufklärungsquote beschämend und forderte von den Behörden einen höheren Fahndungs- und Ermittlungsdruck.


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